Hipp, Matthäus

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Matthäus Hipp
Matthäus Hipp Neuchâtel, Nebenuhr, Werk Nr. 5649, circa 1890
Matthäus Hipp, Neuchâtel, Feuermelder, circa 1885, gilt auch als Erfinder des Feuermelders

Hipp, Matthäus
(auch: Matthias Hipp)

Deutscher Uhrmacher

Matthäus Hipp wurde am 25. Oktober 1813 in der württembergischen Bezirksstadt Blaubeuren geboren als Sohn von Friedrich Hipp und Friedericke Hauser. Im achten Jahre verletzte sich der lebhafte Junge durch einen Sturz bei allzukühnem Klettern das linke Bein derart, daß es für immer verkürzt blieb, und der Knabe vier Jahre lang am Schulbesuch gehindert war. Im 16. lebensjahr begann er seine ausbildung zum Uhrmacher bei Johan Eichelhofer. Dann zog er nach Ulm wo er von 1832 bis 1834 bei den Uhrmacher Valentin Stoß der Jüngere arbeiteite. Nacher ging er nach St. Gallen in der Schweiz. 1834 entwarf er in St. Gallen seiner Palettenhemmung für Uhren (engl. "Hipp toggle"; frz. "échappement à palette"), welche er aber erst um etwa 1860 für elektrische Pendeluhren verwendete. 1835 ging er dann nach Saint-Aubin bei Neuchâtel wo er beim die Uhrenatlier von Savoie arbetete bevor er nach Deutschland zurückkehrte.

Nach etwa einjährigem Aufenthalt in Blaubeuren ließ sich Hipp 1840 als Uhrmacher in Reutlingen (Württemberg) nieder, wo er im gleichen Jahre mit der Lehrerstochter Johanna Plieninger aus Massenbach o. A. Brackenheim sich verheiratete. Er eröffnete dort 1841 im Alter von 28 Jahren seine eigene Werkstatt. Hier vollendete Hipp seine erste Mechanische Uhr mit dem Hipp-Toggle und stellte diese 1843 in der Berliner Ausstellung mit den Worten vor: "Eine Uhr, die ihren Antrieb unter dem Pendel hat." Seine Erfindung erwieß sich als so gut, dass sie später beim elektrische Pendeluhren ca. einhundert Jahre ohne prinzipielle Veränderungen hergestellt und verkauft werden konnte.

1852 wurde Hipp durch die Schweizer Regierung zum Leiter der nationalen Telegraphen-Werkstatt und Technischen Direktor der Telegraphenverwaltung ernannt. G.A. Hasler, der frühere Assistent Hipp´s, übernahm die Werkstatt acht Jahre später. Kurz darauf wurde diese privatisiert.

1860 gründete Hipp in Neuenburg eine kleine Fabrik für die Konstruktion von Telegraphen und elektrische Apparate. Noch ahnte niemand, dass dies den eigentliche Anfang der elektrischen Uhrenindustrie in ganz Europa darstellte. Nach zwei Jahrzehnten der "Feldversuche" etablierte sich nun die elektrische Uhr auch in der Praxis.

1862 entwickelte Hipp die nach ihm benannte Hippsche Wendescheibe, ein automatisches visuelles Bahnsignal speziell für die Schweiz. Hipp stellte unter anderem elektrische Nachtwächter-Kontrolluhren nach dem Induktionsprinzip her. Er entwickelte gemeinsam mit Frédéric-William Dubois 1866 einen elektrischen Registrierchronographen mit Marinechronometer. Matthäus Hipp gilt auch als Erfinder des Feuermelders.

Hipp zog sich 1889 aus der Firmenleitung zurück und übergab die Leitung der Firma an die Ingenieure A. Favarger und A. De Peyer. Von da an trugen die Fabrikate bis 1908 die Signatur "Peyer & Favarger, Succ. de M. Hipp".

A. De Peyer schied 1908 aus dem Unternehmen aus - die Firma wurde daraufhin in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt und signierte seine Produkte seither mit Favarger & Cie (& Co.). 1923 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, die Firma signierte nun mit Favarger & Cie. S.A. Ab 1927, dem Datum der Union mit der Firma Hasler aus Bern, nannte sich das Unternehmen Favag S.A.

Matthäus Hipp verstarb nach langen schweren Krankheit am 3. Mai 1893 in Zürich-Fluntern.

In Blaubeuren is der Matthäus Hipp Weg nach ihm benannt. Am 25. Oktober 2013 wurde zu seinen Ehren, eine Gedenktafel in der Nähe der früheren Klostermühle, seinem Geburtshaus, in Erinnerung an den „Schweizer Edison“ enthüllt.

Weiterführende Informationen [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Helmut Kahlert: Lorenz Bob und Matthäus Hipp in „Alte Uhren und moderne Zeitmessung“; Verlag Callwey München; Nr.4 1987 S.22f
  • G. H. Baillie: Watchmakers & Clockmakers of the World; ISBN 140679113X
  • R. Weber, L. Favre: Matthäus Hipp : 1813-1893, Bulletin de la Société des Sciences Naturelles de Neuchâtel, Band 24 (1895-1896), S.212f
  • Helmut Kahlert: Matthäus Hipp in Reutlingen, Zeitschrift fü Württemberische Landesgeschichte 4/1989, Reprint im Chronométrophilia No. 76 Winter 2014, Seite 53 bis 66.
  • Johannes Graf: Der lange Weg zur Hipp-Wippe. Ab wann werden Uhren von Matthäus Hipp elektrisch angetrieben ? Chronométrophilia No. 76 Winter 2014, Seite 67 bis 77.

Weblinks[Bearbeiten]

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