Datei:Johannes Dürrstein & Co. - Louis Audemars, Geh. Nr. 48355, circa 1885 (3).jpg

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Johannes Dürrstein & Co., Glashütte/Dresden / Louis Audemars, Les Brassus, Geh. Nr. 48355, 58 mm, 199 g, circa 1885

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Schwere, astronomische Savonnette mit Minutenrepetition, Schleppzeigerchronograph mit 30 Minutenzäher, ewigem Kalender und Mondphase - Ébauche Louis Audemars Geh.: 18Kt Roségold, Werksverglasung. Ziffbl.: Email. Werk: Brückenwerk, Rohwerk: Louis Audemars, Goldschrauben-Komp.-Unruh.

Diese exquisite Taschenuhr stammt aus einer Serie komplizierter Uhren, die Ende des 19. Jahrhunderts für den deutschen Markt produziert wurden. Das roségoldene Louis XV à goutte Savonnetten-Gehäuse birgt ein fein graviertes Monogramm "GA", sowie "D" mit einem Stern für Dürrstein im Innendeckel. Bei "11" und "1" befinden sich zwei Drücker zum Bedienen des Doppelchronographen, ein Schieber dient zum Auslösen der Minutenrepetition. Das weiße Emailzifferblatt hat arabische Zahlen und vier Hilfszifferblätter zum Anzeigen der Wochentage, des Monats unter Berücksichtigung des Schaltjahres, des Datums, sowie der kleinen Sekunde mit zentraler kobaltblau emaillierter Mondphasenscheibe mit eingelegten goldenen Sternen und Mond zum Anzeigen der Mondphase. Das hochkomplizerte Werk birgt feinst spiegelpolierte Chronographen-Stahlteile, sowie eine feinst polierte, anglierte Doppelzeigerzange mit Schaltrad für Schleppzeiger.

Zu Beginn seiner Karriere arbeitete Johannes Dürrstein mit dem Großhändler Ludwig & Fries zusammen; im Jahr 1874 jedoch gründete er zusammen mit seinem Bruder Friedrich ein eigenes Unternehmen, das als Dürrstein & Co. in Glashütte firmierte und mit Schweizer Uhren sowie Uhren von A. Lange & Söhne handelte. Fast 20 Jahre später gründete Dürrstein 1893 die "Uhrenfabrik Union". Die dort hergestellten Uhren waren von hervorragender Qualität und konnten auf Bestellung mit hochwertigen Komplikationen jeder Art ausgestattet werden. Die Palette umfasste Taschenchronometer, Tourbillons und ewige Kalender und besaßen gewöhnlich ein Gangzertifikat der Hamburger Sternwarte. Dürrstein versuchte stets, dem Wunsch seiner Kundschaft nach qualitativ hochwertigen Zeitmessern Rechnung zu tragen und verbaute in seinen Gehäusen deshalb meistens erstklassige Schweizer Werke, um die fertigen Uhren dann an seine Kunden zu verkaufen. Louis Audemars, als auch Audemars Piguet waren sicherlich die wichtigsten Lieferanten von Rohwerken an Dürrstein; von 1895 bis 1912 kaufte er dort 35 Werke, die meisten davon mit außergewöhnlichen Komplikationen. Gisbert L. Brunner, Christian Pfeiffer-Belli und Martin K. Wehrli liefern interessante Details und Hintergrundwissen zu dieser Geschäftsbeziehung und den entsprechenden Uhren auf den Seiten 52 bis 55 in ihrem Werk "Audemars Piguet".

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