Dietzschold, Curt


Deutschsprachiger Maschineningenieur, Uhrenschriftsteller und Fachlehrer.
Curt Dietzschold wurde am 25. März 1852 in Dresden als Sohn eines höheren Eisenbahnbeamten geboren. Er studierte am Karlsruher Polytechnikum und Aachener Polytechnikum Maschinenbau und beschäftigte sich zunächst mit der Konstruktion von Uhren. Nachdem er 1873 auf der Wiener Weltausstellung eine Rechenmaschine von Charles Xavier Thomas gesehen hatte, konstruierte er eine eigene Maschine, die sich an der Thomas-Maschine orientierte. Sie wurde 1876 fertiggestell. Nach Vollendung der technischen Studien in Karlsruhe und Aachen kam er um 1876 nach Glashütte und begann bei der damals neu gegründeten Firma Strasser & Rohde sein Schaffen. Vom 21. März bis 23. Oktober 1878 war er sogar Inhaber der Fa. Strasser & Rohde.
Dietzschold begann in Glashütte als Erster mit der Entwicklung von Rechenmaschinen nach eigener Konstruktion. Er fertigte die erste Rechenmaschine in Glashütte, welche sich in der Praxis ungenügend bewährten. Neben Präzisionsuhren baute er noch einige weitere Exemplare von Rechenmaschinen, von denen das Preußische Statistische Amt eine zur Erprobung übernahm.
Als die Österreichisch-Ungarische Regierung für die Uhrmacherschule in Karlstein einen neuen Direktor suchte, schlug man auf Empfehlung von Karl Moritz Grossmann den jungen Ingenieur und Fabrikanten vor. Also verließ er1879 die Stadt Glashütte, und wurde die neuen Direktor der Österreichischen Uhrmacherschule in Karlstein. Nachdem Dietzschold die Stelle des Direktors der K. und K. Fachschule für Uhrenindustrie übernommen hatte, stellte er die weitere Entwicklung von Rechenmaschinen ein. Stattdessen brachte er reiche Erfahrungen auf dem Gebiete des Präzisionsuhrenbaues mit, die er in Glashütte gesammelt hatte. In Karlstein strukturierte er die dreijährige Fachschule um und schuf das Konzept für den Fachunterricht. Er schrieb Bücher, die auf die deutschen Uhrmacherschulen großen Einfluss hatten, und sein Lehrplan hatte in allen deutschsprachigen Uhrmacherschulen Gültigkeit. Bis zum Jahr 1903 leitete er die Uhrmacherschule
Er war Ritter des k. k. österreichischen Franz-Josefs-Orden, Ehrenmitglied der Budapester Uhrmacherkorporation und des ungarländischen Uhrmacher-Gehilfenverbandes.
Curt Dietzschold verstarb am 5. Mai 1922 in Karlstein an der Thaya).[1]
Weiterführende Informationen
Werke
- Die Turmuhren mit Einschluß der sogenannten Kunstuhren
- Die Hemmungen der Uhren
- 16 Bildnisse hervorragender Uhrmacher nebst deren Lebensbeschreibungen, C. Dietzscholds Verlag, Krems an der Donau, Nieder-Österreich, 1908