Lehotzky, Ludwig

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Österreichische Elektroniker, Uhrmacher und Lehrer.

Dipl.-Ing. Ludwig Lehotzky

Geboren am 30. August 1902 in Wien, wo er auch die Mittelschule am Wasa-Gymnasium besuchte. Schon in dieser Zeit arbeitete er als Ferialpraktikant in der Lehrwerkstätte für astronomische Chronometer des damals weit über Österreich hinaus bekannten Ing. Karl Satori. Nach der Matura besuchte er die Technische Hochschule in Wien, Fachrichtung Elektrotechnik und trat nach Abschluss des Studiums 1928 bei der Firma Siemens & Halske in die Abteilung für elektrische Uhren ein. Nach dem Zusammenbruch der Firma Siemens & Halske in der Weltwirtschaftskrise war Dipl. Ing. Lehotzky kurzfristig auch von Arbeitslosigkeit betroffen, nützte aber diese Zeit zur Weiterbildung und wurde später von der Firma Elin in Weiz als Prüfungs- und Berechnungs-ingenieur angestellt.

Sein alter Mentor, Ing. Karl Satori, machte ihn darauf aufmerksam, dass an der Uhrenfachschule in Karlstein/Thaya ein Spezialist für mechanische Uhren gesucht werde. Dank seiner profunden Vorkenntnisse wurde Dipl. Ing. Lehotzky sofort angestellt. Am 3. November 1936 stand er erstmals als Professor vor seinen Schülern und trug Uhrenkunde vor. Da das bisherige Unterrichtssystem aus zeitraubendem Vortragen und Mitschreiben bestanden hatte, suchte er nach Verbesserungen des fach-theoretischen Unterrichts durch Schaffung von Skripten und Lehrmittelsammlungen. Seine bereits für 1938 vorgesehene Bestellung zum Direktor der Uhrenfachschule wurde durch die politischen Ereignisse verhindert. Unter großem persönlichen Einsatz gelang es ihm nach dem Kriegsende, die Schule mit ihren technischen Einrichtungen vor der Zerstörung zu bewahren.

Ab 1946 begann seine Tätigkeit als Fachautor. Es entstanden zunächst die Lehr- und Fachbücher Uhrenkunde I + II die nach Überarbeitung unter Bedachtnahme auf die neueste Entwicklung der Uhrentechnik unter dem Titel Mechanische Uhren neu herausgebracht wurden und später Elektrische Uhren, für Jahrzehnte Standardwerke für die Ausbildung der jungen Uhrmachergenera-tion, nicht nur im deutschsprachigen Raum. Auch das Interesse des Auslands war groß. So erfolgte eine Übersetzung der Werke in die spanische Sprache und die Universität von Tokyo forderte mehrere Bände für wissenschaftliche Zwecke an. Neben der Tätigkeit als Autor war Dipl. Ing. Lehotzky ein gefragter Vortragender bei Fachveranstaltungen, etwa bei den internationalen Kongressen für Chronometrie in Paris und München, schrieb Fachaufsätze für in- und ausländische Fachzeitschriften, hielt zahlreiche Vorträge bei Uhrmacherinnungen und fand daneben noch Zeit, sich intensiv an der Entwicklung der Quarzuhren zu beteiligen.

1955 wurde Dipl. Ing. Lehotzky zum Direktor der Bundesfachschule für Uhrmacher in Karlstein bestellt, wo er bis zum Eintritt in den Ruhestand am 31. Dezember 1967 tätig war. In dieser Zeit war er maßgeblich am Neubau der Schule beteiligt und seinem Wirken ist es zu danken, dass die Schule den damals bestmöglichen technischen Standard erhielt. Aus Anlass seiner Pensionierung wurden ihm zahlreiche Ehrungen aus dem In- und Ausland zuteil. Nach Übersiedlung nach Kärnten blieb er in regem Kontakt mit Fachkollegen und -zeitschriften, widmete sich aber intensiver als in den Berufsjahren seiner Familie und seinem Hobby, dem Bergsteigen. Am 26. März 1975 ist Dipl. Ing. Lehotzky nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben.

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