Weule, Johann Friedrich (1811-1897)

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Johann Friederich Weule

Weule, Johann Friedrich (1811-1897)

Groß- und Turmuhrmacher aus dem Harz

Johann Friedrich Weule wurde am 19. April 1811 in Altwallmoden, Landkreis Goslar am Harz geboren. Schon sein Vater und Großvater hatten sich mit der Herstellung von Turmuhren befasst und technische Fertigkeiten aller Arten auf den Nachkommen übertragen, Weule erlernte die Großuhrmacherei bei seinem Vater. Der strebsame Geist ließ den 19jährigen jungen Mann aber nicht rasten; er trat in eine neue Lehre bei einem angesehenen Uhrmacher Braunschweigs, um die schwierige und kunstreiche Kleinuhrmacherei gründlich zu erlernen er absolvierte 1830 die Lehre als Kleinuhrmacher. Nach seinen Lehr- und Wanderjahren bot sich ihm in dem Städtchen Bockenem Gelegenheit,1837 ein eigenes Geschäft und einen Hausstand zu begründen und bald erwarb er sich durch treue und tüchtige Arbeit einen Ruf in der Kleinuhrmacherei, der weit über die Grenzen seiner neuen Heimat hinausging.

Da traf ihn, wie fast ganz Bockenem am 9. April 1847 ein schweres Brandunkatastrophe und der folgende Morgen fand den rastlosen Mann mit Frau und 4 Kindern am Bettelstabe. Aber diese schwere Prüfung vermochte die Arbeitskraft und das Gottvertrauen auf eine bessere Zukunft nicht zu zerstören. Das Unglück stählte seine Schaffenskraft, und neben der Taschenuhrwerkstatt entstand die Herstellung von Turmuhren , die zu den größten ihrer Art in Deutschland gehörte.

Durch Weules Weiterentwicklung der Mechanik vom täglichen zum wöchentlichen Aufzug und dem Bau der ersten Uhr dieser Art in Deutschland für die Kirche in Buxtehude, untermauerte der Firmengründer J.F. Weule seinen Ruf als exzellenter, zuverlässiger und innovativer Uhrmacher. Davon zeugen Auszeichnungen auf zahlreichen Ausstellung im 19. Jahrhundert, Ausstellungen auch in Moskau, Brüssel oder Wien. Die Marktkirchenuhr ist auch deshalb etwas Besonderes, da Weule diese Uhr als erste Turmuhr nach der erneuten Geschäftseröffnung 1848 fertigte. Damals war das neueste Erzeugnis der Turmuhrenfabrikation, eine Tumuhr, welche selbsttätig elektrisch aufgezogen wird, mechanisch an schwere Glocken schlägt und an großen Zifferblättern zeigt, daneben aber zugleich als Zentraluhr für ein System elektrisch betriebener Nebenuhren dient und wiederum von einer Zentralstelle aus auf elektrischem Wege kontrolliert und reguliert wird.

Die Familie Weule war auch stets an der sozialen und gesellschaftlichen Entwicklung der Stadt interessiert. Weule gründete u.a. einen Männerturnverein und trug nach dem letzten großen Brand von 1847 maßgeblich zu der Gründung einer Feuerwehr für die Stadt bei. Weule starb am 12. Oktober 1897 in Bockenem am Harz. Seine Söhne Friedrich Weule und Wilhelm Weule sowie sein Enkel Friedrich Weule jun. führten den Betrieb ebenso wie der Gründer mit Engagement und Aufgeschlossenheit für neue Entwicklungen (z. B. Anschaffung von Dampfmaschinen, Installation von Elektrizität und Einbau einer "modernen" Zentralheizung) weiter. 1953 ging die Firma in Konkurs.

siehe: Turmuhrenfabrik und Glockengießerei J. F. Weule und Turmuhren und Heimatmuseum Bockenem.

Literatur [Bearbeiten]

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