Stellmann Juweliere und Uhrmacher: Unterschied zwischen den Versionen

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Deutscher Juwelier - Uhrmacher und Uhrenhandel
 
Deutscher Juwelier - Uhrmacher und Uhrenhandel
  
Die Firma Stellman wurde im Jahr [[1886/de|1886]] gegründet von [[Stellmann, Stellmann|Moritz Stellmann]] in Hamburg. Moritz war Uhrmacher und war mit seiner Firma von Anfang an die Haupt-Zweigniederlassung der Präzisionsuhrenfabrik [[A. Lange & Söhne / Glashütte i. Sa./de|A. Lange & Söhne]] und besaß zudem die Alleinvertretung für die Uhrenmarke [[Alpina/de|„Alpina“]]. Damals hieß es Union horlogère und wurde später in [[DUGENA|Alpina Deutsche Uhrmachergenossenschaft]] umgewandelt. Das Stellmannsche Unternehmen wurde in einem Eckladen gegründet und befand sich im Jahr [[1898/de|1998]] im Parterre und im 3. Stockwerk des Hauses Theaterstraße 1. Kurz nach der Jahrhundertwende kam [[Senn, Max|Max Senn]], der Sohn von [[Senn, Emil|Emil Senn]] und  Frida Bürgin, aus der Schweiz nach Hannover, um ab [[1901/de|1901]] zeitweilig als Ausbilder im Stellmannschen Unternehmen tätig zu werden. Max Senn war nicht nur Uhrmacher, er sollte später ein berühmter Fußballer werden. Etwa zur gleichen Zeit lieferte Stellmann die im Inneren der hannoverschen Straßenbahnen angebrachten Uhren.  [[1905/de|1905]] ernannte Großherzog Wilhelm Ernst des Großherzogtums Sachsen Stellmann zum „Großherzoglich Sächsischen Hofuhrmacher und Hoflieferanten“ . Das Unternehmen erhielt drei Mal das Prädikat als Hofuhrmacher und wurde auf verschiedenen Fachausstellungen prämiert. Von [[1906/de|1906]] bis [[1908/de|1908]] durchlief Max Stellmann eine Ausbildung an der [[Deutschen Uhrmacherschule Glashütte] und ging anschließend zurrück nach Hannover.
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Die Firma Stellman wurde im Jahr [[1886/de|1886]] gegründet von [[Stellmann, Stellmann|Moritz Stellmann]] in Hamburg. Moritz war Uhrmacher und war mit seiner Firma von Anfang an die Haupt-Zweigniederlassung der Präzisionsuhrenfabrik [[A. Lange & Söhne / Glashütte i. Sa./de|A. Lange & Söhne]] und besaß zudem die Alleinvertretung für die Uhrenmarke [[Alpina/de|„Alpina“]]. Damals hieß es Union horlogère und wurde später in [[DUGENA|Alpina Deutsche Uhrmachergenossenschaft]] umgewandelt. Das Stellmannsche Unternehmen wurde in einem Eckladen gegründet und befand sich im Jahr [[1898/de|1998]] im Parterre und im 3. Stockwerk des Hauses Theaterstraße 1. Kurz nach der Jahrhundertwende kam [[Senn, Max|Max Senn]], der Sohn von [[Senn, Emil|Emil Senn]] und  Frida Bürgin, aus der Schweiz nach Hannover, um ab [[1901/de|1901]] zeitweilig als Ausbilder im Stellmannschen Unternehmen tätig zu werden. Max Senn war nicht nur Uhrmacher, er sollte später ein berühmter Fußballer werden. Etwa zur gleichen Zeit lieferte Stellmann die im Inneren der hannoverschen Straßenbahnen angebrachten Uhren.  [[1905/de|1905]] ernannte Großherzog Wilhelm Ernst des Großherzogtums Sachsen Stellmann zum „Großherzoglich Sächsischen Hofuhrmacher und Hoflieferanten“ . Das Unternehmen erhielt drei Mal das Prädikat als Hofuhrmacher und wurde auf verschiedenen Fachausstellungen prämiert. Von [[1906/de|1906]] bis [[1908/de|1908]] durchlief [[Stellmann, Max|Max Stellmann]] eine Ausbildung an der [[Deutschen Uhrmacherschule Glashütte]] und ging anschließend zurrück nach Hannover.
  
 
Da trotz einer Verlegung der ersten Geschäftsräume in der Theaterstraße 1 in den größeren Nachbarladen der Platz im Lager und der Werkstatt bald nicht mehr ausreichte, baute Das Architekturbüro Mackensen & Torno von Wilhelm Mackensen und Fritz A. Torno in den Jahren [[1907/de|1907]] bis [[1908/de|1908]] ein Haus in der Königstraße 53 um und gestaltete es als Wohn- und Geschäftshaus für Stellmann neu. Das Gebäude ist heute nicht mehr erhalten.
 
Da trotz einer Verlegung der ersten Geschäftsräume in der Theaterstraße 1 in den größeren Nachbarladen der Platz im Lager und der Werkstatt bald nicht mehr ausreichte, baute Das Architekturbüro Mackensen & Torno von Wilhelm Mackensen und Fritz A. Torno in den Jahren [[1907/de|1907]] bis [[1908/de|1908]] ein Haus in der Königstraße 53 um und gestaltete es als Wohn- und Geschäftshaus für Stellmann neu. Das Gebäude ist heute nicht mehr erhalten.
  
Moritz Stellmann hatte im Laufe seines Lebens eine der größten Antiken-Uhrensammlungen in Deutschland aufgebaut und sich auch damit einen bedeutenden Namen gemacht. Dazu zählten mehr als 200 herausragende und tragbare Uhren des 16. bis zum 18. Jahrhundert. Dieser Teil der Stellmannschen Sammlung bot eine allgemeine Übersicht über die Entwicklung der Taschenuhren. Zur Sammlung zählten aber auch historische Sonnenuhren, antike Kunstuhren und kostbare Bronze-Pendulen. So erwarb Stellmann z. B. 1898 bei der Uhrenmanufaktur A. Lange & Söhne eine in einem Gehäuse aus 18 Karat Roségold eingelassene, hochfeine, schwere Savonnette mit Viertelstundenrepetition. Die Uhr mit der Werksnummer 40736, die sich als einzige bekannte irreversibel um 1000 von der von dem Graveur in die Uhr eingeritzten Gehäusenummer unterscheidet, erhielt eine Werksverglasung von Lange & Söhne, ein Zifferblatt aus Emaille, ein 3/4-Platinenwerk, 2 Hämmer beziehungsweise 2 Tonfedern sowie eine Goldschrauben-Kompensations-Unruh. Das Stück wurde mehr als ein Jahrhundert später auf einer von [[Auktionen Dr. H. Crott|Auktionshaus Crott]] [[2016/de|2016]] in Frankfurt am Main durchgeführten Versteigerung zum Schätzpreis zwischen 20.000 und 25.000 Euro angeboten.  
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Moritz Stellmann hatte im Laufe seines Lebens eine der größten Antiken-Uhrensammlungen in Deutschland aufgebaut und sich auch damit einen bedeutenden Namen gemacht. Dazu zählten mehr als 200 herausragende und tragbare Uhren des 16. bis zum 18. Jahrhundert. Dieser Teil der Stellmannschen Sammlung bot eine allgemeine Übersicht über die Entwicklung der Taschenuhren. Zur Sammlung zählten aber auch historische Sonnenuhren, antike Kunstuhren und kostbare Bronze-Pendulen. So erwarb Stellmann z. B. 1898 bei der Uhrenmanufaktur A. Lange & Söhne eine in einem Gehäuse aus 18 Karat Roségold eingelassene, hochfeine, schwere [[Savonnette]] mit [[Viertelstundenrepetition]]. Die Uhr mit der Werksnummer 40736, die sich als einzige bekannte irreversibel um 1000 von der von dem Graveur in die Uhr eingeritzten Gehäusenummer unterscheidet, erhielt eine Werksverglasung von Lange & Söhne, ein Zifferblatt aus Emaille, ein 3/4-Platinenwerk, 2 Hämmer beziehungsweise 2 Tonfedern sowie eine Goldschrauben-Kompensations-Unruh. Das Stück wurde mehr als ein Jahrhundert später auf einer von [[Auktionen Dr. H. Crott|Auktionshaus Crott]] [[2016/de|2016]] in Frankfurt am Main durchgeführten Versteigerung zum Schätzpreis zwischen 20.000 und 25.000 Euro angeboten.  
  
Stellmanns patentierte Straßenbahn-Uhren waren über Jahrzehnte zu Tausenden ins In- und Ausland geliefert worden. Zudem lieferte das Unternehmen zahlreiche Uhren für den öffentlichen Raum, einige davon auch als Stiftungen. Der bekannteste Werbespruch des Unternehmens lautete im Volksmund seinerzeit: „Nach Stellmanns Uhren stellt man seine Uhren“. Für das heutige Eilenriedestadion stiftete M. Stellmann die Stadion-Uhr, damals Hindenburg-Stadion <ref>[https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/deutuh_318541912-19220100/deutuh_318541912-19220100_tif/jpegs/00000328.tif.pdf Eine Monumentaluhr im Hindenburg-Stadion in Hannover]</ref>.
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Stellmanns patentierte Straßenbahn-Uhren waren über Jahrzehnte zu Tausenden ins In- und Ausland geliefert worden. Zudem lieferte das Unternehmen zahlreiche Uhren für den öffentlichen Raum, einige davon auch als Stiftungen. Der bekannteste Werbespruch des Unternehmens lautete im Volksmund seinerzeit: „Nach Stellmanns Uhren stellt man seine Uhren“. Für das heutige Eilenriedestadion stiftete M. Stellmann die Stadion-Uhr, damals Hindenburg-Stadion <ref>[https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/deutuh_318541912-19220100/deutuh_318541912-19220100_tif/jpegs/00000328.tif.pdf Eine Monumentaluhr im Hindenburg-Stadion in Hannover]</ref>. [[1926/de|1926]] ging das Unternehmen von Max Stellmann auf seine beiden Söhne über. Anlässlich des 50sten Gründungsjubiläums des Unternehmens wurde der Firmengründer Stellmann senior [[1936/de|1936]] zum Ehrenmeister der Handwerkskammer Hannover ernannt.
  
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Uhren-Stellmann beging im Jahr [[1961/de|1961]] das 75-jährige Gründungsjubiläum. Etwa zur gleichen Zeit trug das Unternehmen durch die Lieferung von Abbildungsunterlagen am [[1962/de|1962]] herausgegebenen Werk zur „Kulturgeschichte der Schraube“ bei.
  
  
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[[Kategorie:Biographie S]]
 
 
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[[Kategorie:Hersteller S]]
 
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Version vom 30. November 2025, 16:04 Uhr

Deutscher Juwelier - Uhrmacher und Uhrenhandel

Die Firma Stellman wurde im Jahr 1886 gegründet von Moritz Stellmann in Hamburg. Moritz war Uhrmacher und war mit seiner Firma von Anfang an die Haupt-Zweigniederlassung der Präzisionsuhrenfabrik A. Lange & Söhne und besaß zudem die Alleinvertretung für die Uhrenmarke „Alpina“. Damals hieß es Union horlogère und wurde später in Alpina Deutsche Uhrmachergenossenschaft umgewandelt. Das Stellmannsche Unternehmen wurde in einem Eckladen gegründet und befand sich im Jahr 1998 im Parterre und im 3. Stockwerk des Hauses Theaterstraße 1. Kurz nach der Jahrhundertwende kam Max Senn, der Sohn von Emil Senn und Frida Bürgin, aus der Schweiz nach Hannover, um ab 1901 zeitweilig als Ausbilder im Stellmannschen Unternehmen tätig zu werden. Max Senn war nicht nur Uhrmacher, er sollte später ein berühmter Fußballer werden. Etwa zur gleichen Zeit lieferte Stellmann die im Inneren der hannoverschen Straßenbahnen angebrachten Uhren. 1905 ernannte Großherzog Wilhelm Ernst des Großherzogtums Sachsen Stellmann zum „Großherzoglich Sächsischen Hofuhrmacher und Hoflieferanten“ . Das Unternehmen erhielt drei Mal das Prädikat als Hofuhrmacher und wurde auf verschiedenen Fachausstellungen prämiert. Von 1906 bis 1908 durchlief Max Stellmann eine Ausbildung an der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte und ging anschließend zurrück nach Hannover.

Da trotz einer Verlegung der ersten Geschäftsräume in der Theaterstraße 1 in den größeren Nachbarladen der Platz im Lager und der Werkstatt bald nicht mehr ausreichte, baute Das Architekturbüro Mackensen & Torno von Wilhelm Mackensen und Fritz A. Torno in den Jahren 1907 bis 1908 ein Haus in der Königstraße 53 um und gestaltete es als Wohn- und Geschäftshaus für Stellmann neu. Das Gebäude ist heute nicht mehr erhalten.

Moritz Stellmann hatte im Laufe seines Lebens eine der größten Antiken-Uhrensammlungen in Deutschland aufgebaut und sich auch damit einen bedeutenden Namen gemacht. Dazu zählten mehr als 200 herausragende und tragbare Uhren des 16. bis zum 18. Jahrhundert. Dieser Teil der Stellmannschen Sammlung bot eine allgemeine Übersicht über die Entwicklung der Taschenuhren. Zur Sammlung zählten aber auch historische Sonnenuhren, antike Kunstuhren und kostbare Bronze-Pendulen. So erwarb Stellmann z. B. 1898 bei der Uhrenmanufaktur A. Lange & Söhne eine in einem Gehäuse aus 18 Karat Roségold eingelassene, hochfeine, schwere Savonnette mit Viertelstundenrepetition. Die Uhr mit der Werksnummer 40736, die sich als einzige bekannte irreversibel um 1000 von der von dem Graveur in die Uhr eingeritzten Gehäusenummer unterscheidet, erhielt eine Werksverglasung von Lange & Söhne, ein Zifferblatt aus Emaille, ein 3/4-Platinenwerk, 2 Hämmer beziehungsweise 2 Tonfedern sowie eine Goldschrauben-Kompensations-Unruh. Das Stück wurde mehr als ein Jahrhundert später auf einer von Auktionshaus Crott 2016 in Frankfurt am Main durchgeführten Versteigerung zum Schätzpreis zwischen 20.000 und 25.000 Euro angeboten.

Stellmanns patentierte Straßenbahn-Uhren waren über Jahrzehnte zu Tausenden ins In- und Ausland geliefert worden. Zudem lieferte das Unternehmen zahlreiche Uhren für den öffentlichen Raum, einige davon auch als Stiftungen. Der bekannteste Werbespruch des Unternehmens lautete im Volksmund seinerzeit: „Nach Stellmanns Uhren stellt man seine Uhren“. Für das heutige Eilenriedestadion stiftete M. Stellmann die Stadion-Uhr, damals Hindenburg-Stadion [1]. 1926 ging das Unternehmen von Max Stellmann auf seine beiden Söhne über. Anlässlich des 50sten Gründungsjubiläums des Unternehmens wurde der Firmengründer Stellmann senior 1936 zum Ehrenmeister der Handwerkskammer Hannover ernannt.

Uhren-Stellmann beging im Jahr 1961 das 75-jährige Gründungsjubiläum. Etwa zur gleichen Zeit trug das Unternehmen durch die Lieferung von Abbildungsunterlagen am 1962 herausgegebenen Werk zur „Kulturgeschichte der Schraube“ bei.







Quellen=