Astronomische Uhr am Frauenkirche Nürnberg

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Astronomische Kunstuhr am Frauenkirchr, Nürnberg
Frauenkirche Nürnberg
Detail Astronomische Uhr am Frauenkirche Nürnberg
Zifferblatt

Astronomische Uhr am Frauenkirche Nürnberg

Männleinlaufen

Mit diesem Begriff bezeichnet der Volksmund das Umgehen der Figuren an der Kunstuhr am Westgiebel der Frauenkirche =, welches beim Vollschlag Mittags zwölf Uhr durch den Mechanismus der betreffenden Uhr in Tätigkeit gesetzt wird und sie zu einem huldigenden Rundgang dreimal um den Kaiser schickt. Das Männleinlaufen wurde 1356 von Kaiser Karl IV. zur Erinnerung an die Goldene Bulle gestiftet. Die ersten 23 Kapitel wurden in Nürnberg erarbeitet, am 10. Januar 1356 auf dem Nürnberger Hoftag verkündet und sind bekannt als Nürnberger Gesetzbuch. Bereits 1361 ist eine Kunstuhr an der fertiggestellten Frauenkirche verbürgt: das Salbuch der Kirche legt das „Trinkgeld“ für den Mesner fest, das er für die Wartung erhielt. 150 Jahre später wurde zum Gedenken an diesen Tag im Jahre 1506 der Beschluss gefasst, sie zu erneuern und mit der Arbeit begonnen. Im Jahr 1509 wurde die Kunstuhr fertiggestellt. Sie ist eine Astronomische Uhr und zählt zu den Monduhren mit Mondkugel. Über dem Hauptportal sollten die Kurfürsten und der Kaiser in einem kunstvollen Uhrwerk dargestellt werden. In den Jahren 15061509 fertigten der Schlossermeister Jörg Heuss und der Kupferschmied Sebastian Lindenast der Ältere die Uhr an. Das Werk wurde von Heuss konstruiert und gebaut, während Lindenast die kupfergetriebenen Figuren dazu lieferte. Die Kosten beliefen sich auf annähernd 1640 Gulden. Aus dieser Zeit stammen noch das Zifferblatt, die Figur des Kaisers und die der Fanfarenbläser. Über dem Zifferblatt zeigt eine blau-goldene Mondkugel die Mondphasen an. 1823 wurden die Figuren des Umgangs, die der sieben Kurfürsten und eines Herolds wegen des Metallwertes verkauft und später durch hölzerne ersetzt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Werk im Nürnberger Kunstbunker aufbewahrt.

Ablauf

Mittags um zwölf Uhr heben nach dem vollendeten Stundenschlag (kurze Wartezeit für das Anlaufen des Werkes eingeschlossen) die beiden Fanfarenbläser dreimal ihre Instrumente. Anschließend treten über ihnen der Flötenspieler (der lautlos spielt) und der Trommelschläger in Aktion, danach die Büste des Ausrufers (der lautlos seinen Mund bewegt) mit einer Glocke läutet sowie eine Büste, die ein Buch hochhält und darauf hinweist. Unter andauernden Doppelglockenschlag (im schmiedeeisernen Türmchen schlagen zwei in türkische Tracht gekleidete Männer mit einem Hammer abwechselnd auf eine Glocke) öffnen sich zwei Türen links und rechts des im goldenen Ornat thronenden Kaisers. Nun beginnt das eigentliche Männleinlaufen: die sieben Kurfürsten kommen aus der rechten Tür, laufen auf den Kaiser zu und drehen sich in der Mitte zu ihm hin und wieder zurück in „Laufrichtung“. Die Figur des Kaisers grüßt mit dem Zepter. Nach dreimaligem Umlauf, verschwindet der ganze Zug wieder im Innern der Uhr. Die Figuren der Kurfürsten sind mit den Attributen der Erzämter ausgestattet. Die drei Erzbischöfe von Mainz, Köln und Trier halten jeweils ein Pergament in Händen als Zeichen der Kanzlerwürde. Der König von Böhmen ist im Königsornat mit Krone und Zepter dargestellt und hält als Zeichen des Erzmundschenkes einen Pokal in der rechten Hand. Der nachfolgende Pfalzgraf bei Rhein als Erztruchsess trägt eine (silberne) Schüssel, der Herzog von Sachsen als Erzmarschall trägt als Attribut ein Schwert und zuletzt der Markgraf von Brandenburg als Erzkämmerer einen Schlüssel. Der Kurfürstenornat ist bei den Figuren nicht korrekt dargestellt. Auch stimmen die Attribute teilweise nicht mit den mittelalterlichen überein (Krönung der römisch-deutschen Könige und Kaiser).

Quelle

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