Die LANGE 31: Der lange Weg zur perfekten Form

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Die LANGE 31: Der lange Weg zur perfekten Form

Die neue LANGE 31 im Rotgoldgehäuse
Das 31-Tage-Werk der LANGE 31

Glashütte, August 2009

Mit einer Gangreserve von einem Monat und konstantem Antrieb über die gesamte Laufzeit sorgte die LANGE 31 bei ihrer Vorstellung vor zwei Jahren für Aufsehen. Zur Markteinführung erscheint nun eine zweite Variante im ausdrucksstarken Rotgoldgehäuse. Grund genug, der Frage nachzugehen, wie das Design einer Lange-Uhr entsteht.

Designer Martin Schetter kontrolliert Zifferblätter für die Präsentation

Mit der LANGE 31 ist es der sächsischen Uhrenmanufaktur erstmals gelungen, eine mechanische Armbanduhr zu realisieren, die nicht nur mit der gewaltigen Gangreserve von einem ganzen Kalendermonat aufwartet, sondern darüber hinaus über die gesamte Laufzeit hinweg gangstabil bleibt. Zwei übereinander angeordnete Federhäuser mit zwei jeweils 185 Zentimeter langen Aufzugsfedern speichern die nötige Energiemenge. Ein Nachspannwerk zwischen Doppelfederhaus und Hemmung sorgt dafür, dass unabhängig vom Spannungszustand der Federn in Zehn-Sekunden-Intervallen eine immer identische Energiemenge an die Unruh weitergegeben wird.

Ein solches Hightech-Kraftpaket braucht Platz: Das Werk hat einen Durchmesser von 37,3 Millimetern bei einer Bauhöhe von 9,6 Millimetern – eine nicht alltägliche Herausforderung für Lange-Chefdesigner Martin Schetter. Mit seinem Team gestaltet der gebürtige Schweizer seit fast zehn Jahren das, was die Menschen als Erstes von einer Lange-Uhr sehen. Sein Ziel war es, für das imposante Gehäuse und das großflächige Zifferblatt der LANGE 31 eine stimmige Formensprache zu entwickeln.

Vom ersten Bleistiftstrich bis zur endgültigen Abnahme dauerte allein die Gestaltung des Zifferblatts zwei Jahre. Das klingt lange, doch es gehört zum Selbstverständnis der Designer, die eigenen Entwürfe immer wieder zu hinterfragen. Schließlich soll eine Lange-Uhr zeitlos sein. Sie muss auch in 30 oder 50 Jahren noch absolut stimmig aussehen, und sie darf ihr wahres Alter nicht verraten. Doch wie kann es gelingen, einen Entwurf von den Einflüssen des Zeitgeistes zu befreien? Schetters Antwort ist verblüffend einfach: „Wir können den Dingen Zeit geben. Denn es ist allein die Zeit, die darüber entscheidet, ob etwas zeitlos ist.“

Jede Menge Zifferblattvarianten werden im Designteam diskutiert

Bei der LANGE 31 war schon der erste Entwurf sehr dicht an der heutigen Zifferblattgestaltung. Das Design hat sich in fast zwei Jahren nur minimal verändert. Doch es wurden in dieser Zeit mehr als 70 Varianten entworfen, die sich manchmal nur in kaum wahrnehmbaren Details, wie einem um den Bruchteil eines Millimeters längeren oder kürzeren Stundenindex, unterschieden haben. Sie waren unerlässlich, um das Design zu verfeinern. Denn sie haben den Designern gezeigt, welche Details nicht stark genug waren, um die Zeit zu überdauern. Für Martin Schetter sind Alternativen daher die einzige Möglichkeit, sich einem zeitlosen Design zu nähern: „Es ist der Wettbewerb der Ideen, der aus dem Guten das Bessere filtert.“

Und dann gibt es noch eine weitere – vielleicht die wichtigste – Anforderung an die Designer: Die Gestaltung muss „typisch Lange“ sein. Was das ist? Mit Wertbegriffen wie Leidenschaft, Klarheit, Perfektion und dem fortwährenden Streben nach Verbesserung kann man versuchen sich ihm zu nähern. Doch es bleibt das nur schwer in Worte zu fassende Gefühl für das, was „Lange-like“ ist. Die Menschen bei Lange tragen es in sich.

Aus diesem Gefühl haben sich im Laufe der Zeit gestalterische Grundsätze entwickelt, die jede Uhr auf unverwechselbare Weise zu einer Lange-Uhr machen. Doch die Prinzipien sind keine Zwangsjacke. Sie lassen den Designern Raum, in verschiedene Richtungen zu denken und die Form weiterzuentwickeln. Denn jedes neue Design muss auch eine echte Innovation beinhalten. Und andererseits muss das Gewesene darin erkennbar bleiben. Zu den Merkmalen, die man schon vor 15 Jahren an der mittlerweile zur Designikone gewordenen LANGE 1 entdecken konnte, zählen bei der LANGE 31 die kraftvolle Gehäuseform, das dezentral angeordnete Lange-Großdatum, die eleganten Lanzettzeiger und die Gangreserveanzeige.
Das endgültige Zifferblatt der LANGE 31 mit all seinen Maßen
Gerade sie bot Anlass zur Neuinterpretation. Denn bei einem 31-Tage-Werk kommt ihr eine zentrale Rolle zu, die sie auf dem großen, massiv silbernen Zifferblatt voll ausspielen kann: fast die gesamte rechte Hälfte nimmt die Anzeige für sich in Anspruch. So wird sie zum prägnanten Erkennungszeichen einer uhrentechnischen Revolution. Dem Lange-Großdatum auf der linken Seite obliegt es, das optische Gleichgewicht wiederherzustellen.

Ein unschätzbarer Vorteil für die Lange-Designer ist die nur in einer Manufaktur mögliche intensive Zusammenarbeit von Konstruktion und Gestaltung. Die Lösung technischer Aufgaben und die Suche nach der perfekten Form gehen Hand in Hand. Anders als bei Marken, die Rohwerke zukaufen, und deren Designer dann die Zifferblätter nach den Vorgaben des Lieferanten gestalten müssen, leistet man sich bei Lange den Luxus, durchaus auch einmal den umgekehrten Weg zu gehen: Die Designer fertigen einen Entwurf und die Konstrukteure setzen ihn in Technik um. Nur mit dieser Arbeitsweise lässt sich so etwas wie der ausbalancierte Zifferblattentwurf der LANGE 31 erreichen. „Form follows function“ – das gestalterische Ideal der Moderne beachtet man natürlich auch bei Lange. Doch zum Diktat, das die Entstehung guten Designs beeinträchtigen könnte, wird dieses Gebot nie.

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