Castel à Bourg: Unterschied zwischen den Versionen

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Französischer Uhrmacher deutscher Herkunft  
 
Französischer Uhrmacher deutscher Herkunft  
  
Castel dessen Vorname unbekannt ist wurde geboren in Köln. er ist [[1692/de|1692]] in Armans registriert. Er übernahm [[1718/de|1718]] das Geschäft von [[Maillet]] in Bourg (en Bresse), nachdem er bereits 1708 Uhren für die Stadt Bourg hergestellt hatte. Er verstarb [[1727/de|1727]] und wurde von seinen beiden Söhnen [[Castel, Adrien|Adrien Castel]] und [[Castel, Guillaume|Guillaume Castel]] abgelöst, die eine Uhrmacherschule gründeten und das königliche Privileg erhielten. Genau wie die von [[Voltaire (1694-1778), bürgerlich: Francois-Marie Arouet|Voltaire]] geleitete Fabrik in Ferney. In Pont-de-Vaux wurde [[Morand, Antoine|Antoine Morand]] [[1706/de|1706]] zum Uhrmacher des Königs ernannt. [[1765/de|1765]] wurde die gleiche Ehre [[Lépine, Jean Antoine|Antoine Lépine]] de Challex zuteil. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich in Ain eine außergewöhnliche Uhrenproduktion. <br><br>
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Die abgebildete Uhr mit der Signatur „Castel à Bourg“ wurde von [[Castel, Pierre|Pierre Castel]] hergestellt. Ursprünglich handelte es sich um eine Uhrmacherfamilie aus Köln, wo vermutlich auch Pierre geboren wurde. Er heiratete am [[2. Oktober]] [[1692/de|1692]] Cloudine Joly in Armans registriert. Claudine war  die  Wittwe von André Mouttin. Er übernahm [[1718/de|1718]] das Geschäft von [[Maillet]] in Bourg (en Bresse), nachdem er bereits [[1708/de|1708]] Uhren für die Stadt Bourg hergestellt hatte. Er verstarb [[1727/de|1727]] und wurde von seinen beiden Söhnen [[Castel, Adrien|Adrien Castel]] und [[Castel, Guillaume|Guillaume Castel]] abgelöst, die eine Uhrmacherschule gründeten und das königliche Privileg erhielten. Genau wie die von [[Voltaire (1694-1778), bürgerlich: Francois-Marie Arouet|Voltaire]] geleitete Fabrik in Ferney. In Pont-de-Vaux wurde [[Morand, Antoine|Antoine Morand]] [[1706/de|1706]] zum Uhrmacher des Königs ernannt. [[1765/de|1765]] wurde die gleiche Ehre [[Lépine, Jean Antoine|Antoine Lépine]] de Challex zuteil. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich in Ain eine außergewöhnliche Uhrenproduktion. <br><br>
 
Die Brüder Adrien und Guillaume Castel, gründeten [[1763/de|1763]] in Bourg-en-Bresse eine Fabrik, um mit der Genfer Produktion zu konkurrieren, und fügten eine Uhrmacherschule hinzu. Ihr Geschäft erlangte in Frankreich schnell große Bekanntheit. Ab [[1766/de|1766]] erlangte ihr Unternehmen den Status einer königlichen Fabrik, die Arbeiter waren somit von der Lohnzahlung der Brüder befreit. Die Werkstatt befand sich auf dem Gelände der heutigen Industrie- und Handelskammer von Ain, 1 rue Joseph Bernier. Zu den Gründern von Castel gesellten sich hervorragende bressische Meister wie die Gebrüder [[Goyffon]] aus Ceyzériat und Herr Berthod, die moderne Werkzeuge und Maschinen entwarfen. Einer der Goyffon-Brüder war auch Direktor der Uhrmacherschule. Ab [[1770/de|1770]] führte die Konkurrenz der Schweizer und Gessischen (Pays de Gex) Uhrmacherei jedoch unaufhaltsam zur Schließung der königlichen Manufaktur im Jahr [[1776/de|1776]]. Die Gebrüder Castel verfügten über eine luxuriöse, aber begrenzte Produktion. Die kurze Betriebsdauer der Fabrik, die [[1776/de|1776]] eingestellt wurde, wird auf die vergleichsweise höheren Arbeitskosten in Bourg-en-Bresse als zur gleichen Zeit in Genf zurückgeführt. Die Brüder stellten jedoch weiterhin Uhren her und arbeiteten weiterhin mit anderen Partnern unter dem Namen „Castel/Gonon & Comp à Bourg“ zusammen. Von den Brüdern ist auch eine grüne Cartell-Uhr bekannt, die einst auf einer Ausstellung im berühmten Kloster Brou in der Nähe von Bourg-en-Bresse zu sehen war
 
Die Brüder Adrien und Guillaume Castel, gründeten [[1763/de|1763]] in Bourg-en-Bresse eine Fabrik, um mit der Genfer Produktion zu konkurrieren, und fügten eine Uhrmacherschule hinzu. Ihr Geschäft erlangte in Frankreich schnell große Bekanntheit. Ab [[1766/de|1766]] erlangte ihr Unternehmen den Status einer königlichen Fabrik, die Arbeiter waren somit von der Lohnzahlung der Brüder befreit. Die Werkstatt befand sich auf dem Gelände der heutigen Industrie- und Handelskammer von Ain, 1 rue Joseph Bernier. Zu den Gründern von Castel gesellten sich hervorragende bressische Meister wie die Gebrüder [[Goyffon]] aus Ceyzériat und Herr Berthod, die moderne Werkzeuge und Maschinen entwarfen. Einer der Goyffon-Brüder war auch Direktor der Uhrmacherschule. Ab [[1770/de|1770]] führte die Konkurrenz der Schweizer und Gessischen (Pays de Gex) Uhrmacherei jedoch unaufhaltsam zur Schließung der königlichen Manufaktur im Jahr [[1776/de|1776]]. Die Gebrüder Castel verfügten über eine luxuriöse, aber begrenzte Produktion. Die kurze Betriebsdauer der Fabrik, die [[1776/de|1776]] eingestellt wurde, wird auf die vergleichsweise höheren Arbeitskosten in Bourg-en-Bresse als zur gleichen Zeit in Genf zurückgeführt. Die Brüder stellten jedoch weiterhin Uhren her und arbeiteten weiterhin mit anderen Partnern unter dem Namen „Castel/Gonon & Comp à Bourg“ zusammen. Von den Brüdern ist auch eine grüne Cartell-Uhr bekannt, die einst auf einer Ausstellung im berühmten Kloster Brou in der Nähe von Bourg-en-Bresse zu sehen war
  

Version vom 16. Oktober 2024, 12:19 Uhr

Französischer Uhrmacher deutscher Herkunft

Die abgebildete Uhr mit der Signatur „Castel à Bourg“ wurde von Pierre Castel hergestellt. Ursprünglich handelte es sich um eine Uhrmacherfamilie aus Köln, wo vermutlich auch Pierre geboren wurde. Er heiratete am 2. Oktober 1692 Cloudine Joly in Armans registriert. Claudine war die Wittwe von André Mouttin. Er übernahm 1718 das Geschäft von Maillet in Bourg (en Bresse), nachdem er bereits 1708 Uhren für die Stadt Bourg hergestellt hatte. Er verstarb 1727 und wurde von seinen beiden Söhnen Adrien Castel und Guillaume Castel abgelöst, die eine Uhrmacherschule gründeten und das königliche Privileg erhielten. Genau wie die von Voltaire geleitete Fabrik in Ferney. In Pont-de-Vaux wurde Antoine Morand 1706 zum Uhrmacher des Königs ernannt. 1765 wurde die gleiche Ehre Antoine Lépine de Challex zuteil. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich in Ain eine außergewöhnliche Uhrenproduktion.

Die Brüder Adrien und Guillaume Castel, gründeten 1763 in Bourg-en-Bresse eine Fabrik, um mit der Genfer Produktion zu konkurrieren, und fügten eine Uhrmacherschule hinzu. Ihr Geschäft erlangte in Frankreich schnell große Bekanntheit. Ab 1766 erlangte ihr Unternehmen den Status einer königlichen Fabrik, die Arbeiter waren somit von der Lohnzahlung der Brüder befreit. Die Werkstatt befand sich auf dem Gelände der heutigen Industrie- und Handelskammer von Ain, 1 rue Joseph Bernier. Zu den Gründern von Castel gesellten sich hervorragende bressische Meister wie die Gebrüder Goyffon aus Ceyzériat und Herr Berthod, die moderne Werkzeuge und Maschinen entwarfen. Einer der Goyffon-Brüder war auch Direktor der Uhrmacherschule. Ab 1770 führte die Konkurrenz der Schweizer und Gessischen (Pays de Gex) Uhrmacherei jedoch unaufhaltsam zur Schließung der königlichen Manufaktur im Jahr 1776. Die Gebrüder Castel verfügten über eine luxuriöse, aber begrenzte Produktion. Die kurze Betriebsdauer der Fabrik, die 1776 eingestellt wurde, wird auf die vergleichsweise höheren Arbeitskosten in Bourg-en-Bresse als zur gleichen Zeit in Genf zurückgeführt. Die Brüder stellten jedoch weiterhin Uhren her und arbeiteten weiterhin mit anderen Partnern unter dem Namen „Castel/Gonon & Comp à Bourg“ zusammen. Von den Brüdern ist auch eine grüne Cartell-Uhr bekannt, die einst auf einer Ausstellung im berühmten Kloster Brou in der Nähe von Bourg-en-Bresse zu sehen war

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