Straumann, Reinhard

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Straumann, Reinhard

Reinhard Straumann

Schweizer Ingenieur

Reinhard Straumann galt in den 1950er Jahren als einer der bedeutendsten Uhrenfachleute weltweit.

Inhaltsverzeichnis

Familie [Bearbeiten]

Er wurde am 3. November 1892 in Bennwil als Sohn des Lehrers Reinhard Straumann und der Anna Heinimann geboren. Von 1908 bis 1912 absolvierte er ein Studium der Uhrentechnik und Feinmechanik an der l'École d'Horlogeie in Le Locle. Danach folgte eine Ingenieurausbildung an der l'École supérieure d`aéronautique et de construction mécanique in Lausanne. 1919 heiratete er Fanny Heid aus Arisdorf.

Militär [Bearbeiten]

Während seines Militärdienstes wurde er zum Offizier der Fliegertruppen ausgebildet und erreichte den Dienstgrad eines Oberstleutnants.

Werdegang [Bearbeiten]

Ab 1916 bis 1938 arbeitete Straumann als Konstrukteur und später als technischer Direktor bei der Thommens Uhrenfabrik AG in Waldenburg. In seiner Freizeit studierte er die Mechanik des Skiflugs und suchte nach der optimalen Körperhaltung des Skispringers. Dazu optimierte er seine Ergebnisse durch Versuche mit einer Menschenähnlichen Puppe im Windkanal der Georg-August-Universität in Göttingen. Straumann schuf 1926 die Grundlagen für den Bau moderner Sprungschanzen. So wirkte er auch maßgeblich an der, im italienischen Wintersportort Cortina d`Ampezzo[1], für die Olympischen Winterspiele 1955 errichteten Sprungschanze "Italia" mit.

Gemeinsam mit Siemens & Halske entwickelte Straumann eine auf einem Tonfilmverfahren beruhende automatische Zeitansage. Diese kam erstmals 1935 bei der Berliner Post zum Einsatz. Straumann baute auch zusammen mit Siemens die erste Zeitwaage, den sogenannten Chronokomparator. In Zusammenarbeit mit der Heraeus Vacuumschmelze in Hanau (Hessen) entwickelte er eine Nickel-Eisen-Legierung mit einem Zusatz von Beryllium. Der als Nivarox benannte Werkstoff ist nahezu temperaturneutral. Auf Grund dieser und weiterer speziellen Materialeigenschaften konnte eine selbstkompensierende Spiralfeder entwickelt werden. Die teurer herzustellende Kompensationsunruh wurde abgelöst. Die neuen mechanischen Uhrwerke zeichneten sich durch ein stabileres Gangverhalten aus.

1934 gründete Straumann in Saint-Imier die Nivarox SA und 1951 ebenfalls in Saint-Imier die Nivaflex SA. Die Firmen sollten der industriellen Auswertung seiner Legierungen dienen.

Durch seine Ehefrau Fanny Heid war Straumann Schwiegersohn von Firmenmitinhaber Fritz Heid des Uhrenteileherstellers Tschudin und Heid AG Waldenburg. Nach dem Tod von Fritz Heid 1935 wurde er in den Verwaltungsrat gewählt. 1938 wurde Straumann Direktor und Verwaltungsratspräsident. Im Hause richtete er ein Forschungslaboratorium ein um die Entwicklungen neuer Materialien und Messmethoden zu verstärken.

Durch weitere Forschungen entwickelte Straumann einen neuen Werkstoff, den er als Nivaflex bezeichnete. Dieser wies sich zusätzlich durch eine außergewöhnliche Elastizität aus. Der Werkstoff eignete sich dadurch optimal zur Fertigung von Antriebs- und Aufzugsfedern.

Uhrwerksbestandteile aus den bei Straumann entwickelten Legierungen Nivarox und Nivaflex werden heute in verschiedenen Qualitätsstufen in nahezu allen mechanischen Uhrwerken weltweit verbaut.

Aus dem Forschungslaboratorium ging 1954 das Institut Dr. Ing. Reinhard Straumann und aus diesem 1990 die Straumann AG[2] hervor.

Reinhard Straumann verstarb am 2. Oktober 1967 in Waldenburg.

Ehrungen [Bearbeiten]

  • Die technische Hochschule in Stuttgart verlieh ihm 1948 den Titel eines Ehrendoktors.
  • 1959 erhielt er die Wilhelm Exner Medaille, eine Auszeichnung der Wilhelm-Exner-Stiftung des Österreichischen Gewerbevereins.
  • Ab 1961 unterrichtete er als Honorar-Professor an der Technischen Hochschule Stuttgart.
  • Am 15. September 1967 erteilte ihm die Gemeinde Bretzwil das Ehrenbürgerrecht.

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Anmerkungen [Bearbeiten]

  1. Provinz Belluno/Venetien
  2. die heutige Straumann Holding AG in Basel

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