Dürrstein & Comp. Dresden

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Dürrstein & Comp. Dresden

Dürrstein & Comp. Dresden
Anonce von 1929
Frühe DUF mit der Werknummer 20024, am 17.12.1878 von der Firma A. Lange & Söhne an die Firma Dürrstein & Comp. verkauft.
DUF-Werk der 1.Serie von 1878 mit der Nummer 20024
Dürrstein & Co. Dresden - Louis Audemars, Geh. Nr. 47271, circa 1884.
Glashütter Taschenuhr mit springender digitaler Stunden- und Minutenanzeige, Dürrstein & Co. D.R.P. 35996, Circa 1900
Dürrstein & Co. Glashütte Dresden Werkstempel
Bildmarke Glocken Union
Werkmarke Union Glashütte (Zifferblattseite)

Uhrengroßhandlung

Diese Uhrengroßhandlung wurde von Johannes Dürrstein und Friedrich Dürrstein 1874 in Dresden gegründet und hatte ihren Firmensitz in der Waisenhausstraße 27 (Diesen Ort anzeigen).

Die Firma "Dürrstein & Comp. Dresden" sicherte sich den Alleinvertrieb der Firma A. Lange & Söhne für das Deutsche Reich. Der Markt für Lange Uhren war aber aufgrund ihres hohen Preises begrenzt und so wurde der in der „Gründerzeit“ wachsende Bedarf an qualitativ guten Taschenuhren unterhalb dieser Preislage im steigenden Maße durch Schweizer Importe abgedeckt. Julius Bergter, der als Uhrmacher in der Uhrenfabrik Moritz Großmann und als Lehrer an der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte arbeitet, wird 1882 Mitarbeiter und bald enger technischer Berater bei Dürrstein & Comp. in Dresden. Viele seiner Entwicklungen werden für Dürrstein & Comp. patentiert.

Um konkurrenzfähig zu bleiben, drängte die Firma Dürrstein nach dem Tod von Adolf Lange seine Nachfolger, ihnen eine preiswertere Taschenuhr für diesen sich entwickelnden Markt anzubieten.

Im Jahre 1878 war es dann so weit, dass dieses Vorhaben umgesetzt werden konnte. Beginnend mit der Seriennummer 20001 kamen die ersten von der Firma A. Lange & Söhne entwickelten und gefertigten Taschenuhren einer niedrigen Preisklasse auf den Markt. Es handelt sich dabei um ein immer noch hochwertiges Pfeilerwerk mit der Signatur „Deutsche Uhrenfabrikation Glashütte“. Dass auf diesen Uhren anfangs weder auf dem Zifferblatt, noch auf dem Werk ein Hinweis auf die herstellende Firma gemacht wurde, lässt vermuten, dass diese Produktionslinie nicht unbedingt der bisherigen Firmenphilosophie der Gebrüder Lange entsprach. Dürrstein vertrieb u.a. auch Taschenuhren der Marken "Felsenburg", "Monopol", "Columbus", "Tavannes", und "Zenith". Julius Bergter, der als Uhrmacher in der Uhrenfabrik Moritz Großmann und als Lehrer an der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte arbeitet, wird Mitarbeiter und bald enger technischer Berater bei Dürrstein & Comp. in Dresden. Viele seiner Entwicklungen werden für Dürrstein & Comp. patentiert.

Glocken-Union

Da auch die preiswertere Ausführung einer Lange Uhr, die später mit der Signatur DUF bekannt wurde, der Firma Dürrstein noch zu teuer für eine weitere Expansion erschien und die Firma Lange offensichtlich zu keinen weiteren Konzessionen hinsichtlich einer weiteren Absenkung der Qualitätsstufe bereit war, ließ die Firma Dürrstein 1890 unter der eigenen Marke "Union" Uhren für das von ihnen als zukunftsträchtig angesehene Marktsegment fertigen.
Diese wurden auf den Werken und oft auch in den Gehäusen gekennzeichnet durch eine Glocke mit 5 Sternen (Glocken-Union). Die Zifferblätter sind unsigniert
Die Uhren sind schweizer Ursprungs und keine Glashütter Uhren. Findet sich auf einer Uhr der Glocken-Union irgendwo die Aufschrift "Glashütte", handelt es sich mit Sicherheit um eine Fälschung.

Union Glashütte

Am 1. Januar 1893 gründet Johannes Dürrstein parallel zu seiner Dresdner Uhren-Großhandlung die Uhrenfabrik Union in Glashütte. Die Firma war ab 1899 im Hauptstrasse 41 ansässig. Julius Bergter steht dem Unternehmen als Direktor vor. Bereits im selben Jahr präsentiert und verkauft Dürrstein auf der Weltausstellung in Chicago eine Grande Complication. Die in 1895 Chicago gezeigte Grande Complication wird in modifizierter Form als Jubiläumsuhr anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Glashütter Uhrenindustrie präsentiert. Es ist die erste Grande Complication, die in Glashütte gebaut wird, und besitzt die Funktionen Chronograph Rattrapante mit springender Sekunde, 30-Minutenzähler, Ewigem Kalender, blitzender Sekunde, Mondphase, Minutenrepetition, Grande und Petite Sonnerie. Insgesamt werden später sechs Exemplare hergestellt. Die Firma fertigte bis 1925 echte und vollwertige Glashütter Uhren, die in der Qualität mit Lange- und Assmann-Uhren gleichwertig waren. Bildmarke in Gehäusen der Glashütter Uhrenfabrik Union ist bereits ab 1894 ein griechischer Tempel mit 3 Säulen. Die in der Schweiz gefertigten Uhren der Marke "Glocken-Union" wurden noch eine ganze Zeit parallel zu den Uhren der Union Glashütte angeboten. Die Marke "Union Glashütte" wurde 1996 wiederbelebt und gehört heute der Swatch Group an. Neben Union Glashütte Taschenuhren gab es auch noch Glashütter Taschenuhren der Marke Reform D + C Glashütte. Von diese Uhren sind nur wenige Exemplare bekannt.

Glashütter Taschenuhr mit springender digitaler Stunden- und Minutenanzeige

Angeregt durch IWCs Sprungzifferuhren nach dem Patent von Joseph Pallweber ließ sich Dürrstein & Co. einen eigenen Mechanismus für die springende Zeitanzeige patentieren (D.R.P. 35996). Im Unterschied zu Pallweber lieferte hier ein zweites Federhaus die Kraft für den Antrieb der Zahlenscheiben. Uhren ganz ähnlicher Bauart nach diesem Patent gibt es in sehr geringer Zahl auch von Lange & Söhne. Diese erzielten auf Auktionen hohe fünfstellige Summen. Das Symbol von Hammer und Schlägel weist für die vorliegende Uhr auf einen Besitzer in einer gehobenen Stellung in der Bergbauindustrie hin.

Firmenschließung

Nach dem Tod seines Bruders, Friedrich Dürrstein, führt dessen Frau Lina mit ihren Söhnen das Unternehmen Dürrstein & Comp., Dresden, fort. Der Uhrmacher Emil Leutert (1884–1973) wird als Regleur angestellt. Er arbeitet bis zur stilllegung der Produktion im Jahr 1925 oder 1926 als Betriebsleiter und repariert anschließend als Selbstständiger Union Uhren. 1933 wurde das Glashütter Werk geschlossen und 1936 im Handelsregister gelöscht. Damals wurden Marken nicht - wie heute - losgelöst vom Hersteller verwendet.

Weiterführende Informationen

Literatur

1. Auflage (2005): Herausgeber: Förderkreis Lebendiges Uhrenindustriemuseum e.V.; ISBN 3927987913 ISBN 978-3927987913
2. Auflage (2012): Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Chronometrie (DGC); ISBN 978-3-941539-99-0

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