Lidecke, Franz

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(siehe auch: Lidecke)

Franz Lidecke Normalzeit, Glashütter Präzisionsregulator
Kontakt-Chronometer von Franz Lidecke
Lidecke, Franz
Auszug aus der Mitgliederliste der Saxonia von 1938

Deutscher Chronometermacher

Franz Lidecke war der Sohn von Georg Lidecke (1829-1910) welche im Jahre 1855 in Seefeld bei Nordenham sein Uhrengeschäft gründet, das er acht Jahre später nach Brake verlegt. In Brake wird Georg Lidecke aber auch nur elf Jahre bleiben. Im Jahre 1884 überquerte er mit seinem Uhrengeschäft die Weser und ließ sich in Geestemünde in der Borriesstraße nieder. Die damalige Hauptverkehrsstraße, durch der die Bahn fuhr, war zu jener Zeit eine noble Adresse. Hier verkaufte Georg Lidecke Juwelen, Uhren, Gold und Silberwaren und optische Geräte an die feine Gesellschaft. Dreimal wechselte Georg Lidecke in dieser Straße den Standort seines Geschäftes. Im Jahre 1904 kaufte er das Haus Nummer 33, um seinen Juwelierladen erheblich zu vergrößern. Und als die Bürger zu einer modernen Flaniermeile aufstieg, eröffnete Georg dort eine Filiale.

Franz Lidecke erlernte das Handwerk bei seinem Vater, und von 1893 bis 1894 absolvierte Franz Lidecke eine Ausbildung in die Meisterklasse der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte und erhielt eine Anerkennungsurkunde der Großmann-Stiftung. Im Jahre 1896 arbeitete er in England, dort war er bei dem Uhrmacher H. J. Drake in Tunbridge Wells und möglicherweise auch bei Thomas Mercer tätig. 1901 übernahm Franz Lidecke das väterliche Geschäft. Er fertigte Marinechronometer meist unter Verwendung der Werke von Mercer die zahlreiche unvollendete Werke nach Geestemünde schickte, und Paul Conrad Stübner. Lidecke bezog auch zwei vollkommen fertiggestellte Chronometer von Victor Kullberg. Nach Lideckes eigener Angabe waren ein Viertel seiner Chronometer deutschen Ursprungs, Franz Lidecke war auch mitglied der Alpina Union Horlogère. Der Sohn Werner Lidecke besuchte wie sein Vater um 1919 die Uhrmacherschule Glashütte. Im Zeitraum von 1898 bis 1914 reichte er 125 Chronometer zu den Konkurrenzprüfungen ein, etliche davon mehrfach. Von der Kaiserlichen Marine wurden 68 Chronometer für RM 55700 angekauft. Bis zum Ende des Zweite Weltkrieges reichte die Firma Marinechronometer zur Prüfung bei der Hamburger Seewarte ein.

Dann kam der Zweite Weltkrieg, und das Hauptgeschäft in der Borriesstraße wurde ebenso ein Opfer der Bombenangriffe wie die Filiale in der Bürgermeister-Smidt-Straße in 1944. Die Werkstatt wurde vollständig Zerstört nur die Glashütter Präzisionsregulator mit Riefler Pendel könnte gerettet werden. Er richtete wegen dieser Umstände in seiner verschont gebliebenen Villa in der Rudolfstraße 7 erst einmal eine Reparaturwerkstatt ein. Als der Zweite Weltkrieg vorüber war, durften in Deutschland viele Jahre keine Schiffe gebaut werden, er stellte dann auch keine Schiffschronometer mehr her. Aber er nahm Reparaturaufträge für Schiffsuhren an und richtete ein Geschäft in der Hafenstraße ein. Im Jahre 1955 konnte der Familienbetrieb sein 100jähriges Bestehen feiern. Zur Ruhe setzen konnte er sich nicht. Als Franz Liedeckes Sohn Werner aus Krieg und Gefangenschaft nach Hause kam, eröffnete er schon 1957 seinen eigenen Uhrenladen in der Johannesstraße 4. Hier erlernte auch sein Sohn Rolf Lidecke das Uhrmacherhandwerk. Zunächst führten Vater Werner und Sohn Rolf das Geschäft gemeinsam. Aber die letzten Jahrzehnte war der Vater nicht im Geschäft. Rolf verkaufte und reparierte die Uhren, und seine Ehefrau kümmerte sich um das Finanzielle. Nach vier Generationen schloss der 76-jährige Rolf Lidecke das Geschäft nach fast 60 Jahren am 1. August 2016.


Franz Lidecke verstarb in 1961.

Lidecke war Mitglied der Saxonia.


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