Auktionen Dr. H. Crott: Drei "Grande Complication" aus der kommenden Herbstauktion

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Jubiläums-Uhr
Kobaltblau emaillierter Goldscheibe mit eingelegten Monden und Sternen
Handgravierter Unruhkloben

Mannheim, Oktober 2010

Inhaltsverzeichnis

Die Grande Complication von Union, Glashütte [Bearbeiten]

Aus der Historie der Glashütter Uhrenfabrik "Union" [Bearbeiten]

Bericht von Bernd Schaarschmidt:

"... Ein Meisterwerk unserer heimischen Industrie, der Uhrmacherkunst, wurde uns dieser Tage von dem Herrn Vertreter der Präzisions-Uhrenfabrik-"Union" Dürrstein & Co., Glashütte u. Dresden vorgelegt und eingehend erklärt. Dieses komplizierte Kunstwerk, welches ein ziemlich ansehnliches Vermögen repräsentiert, wiegt mit seinem 18 Kt. Goldgehäuse circa 300 gr. Die Uhr, welche auf Bestellung von obiger Firma angefertigt wurde und bereits das 6. ! Exemplar dieser Art ist, zeigt Datum, Wochentag und Monat mit selbsttätiger Einstellung des Datums wie des Schaltjahres. Die Ablesung der Zeit ist bis auf die 1/5 Sekunde möglich. Die Uhr repetiert die Minuten, außerdem schlägt sie 1/4 und ganze Stunden selbsttätig." So aus einem Bericht vom Mai 1898.

Desweiteren wird im September 1902, bei einem Besuch in der Uhrenfabrik "Union" berichtet: "Herr Bergter, der Vorstand der Dürrsteinischen Uhrenfabrik "Union", zeigte uns wieder zwei neue "mit allen Schikanen" versehene Präzisions-Taschenuhren im Goldgehäuse und erfuhren wir auf Befragen, daß ihm die Hauptarbeiten der Anlage sowohl, als auch der Herstellung persönlich zufallen."

Bei den in Arbeit befindlichen Uhren handelte es sich um die Nummern 55806 und 44502. Die Feinheiten in der Ausführung aller Stahlteile, deren Harmonie und Schönheit sind ein Spiegelbild der unüberbietbaren beruflichen Fertigkeit von Julius Bergter und Martin Simmchen. Auktionen Dr. H. Crott dankt an dieser Stelle Herrn Bernd Schaarschmidt, der sein großes Fachwissen für diese Beschreibung zur Verfügung stellte.

Die Glashütter Jubiläumsuhr [Bearbeiten]

Am 12. Juni 1996 wurde bei Christie´s in London unter der Lot Nummer 233 die "Schwesteruhr" dieser hochkomplizierten Uhr versteigert. Das Werk hat die Nummer 43216.5 und ist in einem Gehäuse mit emailliertem Dekor von Prof. Carl Ludwig Graff eingeschalt. Die Schwesteruhr erzielte einen Zuschlag von 397.500 Pfund, das entspricht einem damaligen Preis von 934.125 DM.

Diese Uhr mit der Glashütter Nummer 43216 besitzt ein Werk mit 20 Linien (Durchmesser 45 mm) und ist nicht mit der Louis-Elysée Piguet-Nummer unter dem Zifferblatt versehen. Das Werk der Schwesteruhr mit der Nummer 43216.5 erhielt von Louis-Elysée Piguet die Nummer 5771 und wurde mit einem ähnlichen Mechanismus der Nummer 5767 im Jahre 1896 an die Uhrenfabrik Union geliefert. Auch wenn Uhr mit der Werk- und Gehäuse-Nr. 43216 keine Louis-Elysée Piguet Nummerierung trägt, muss es sich bei der vorliegenden Uhr um die Piguet Werknummer 5767 handeln. Diese Werke wurden mehr oder weniger komplett ausgeliefert, in Glashütte jedoch dann unter der Leitung von Julius Bergter fertig gestellt und justiert.

Daten zu dieser Auktion [Bearbeiten]

Lot 79 Schätzpreis 300.000 - 600.000 EUR

Uhrenfabrik Union, Glashütte bei Dresden, Werk Nr. 43216, Geh. Nr. 43216, 69 mm, 400 gr., circa 1896

Museale, bedeutende, astronomische Glashütter Goldsavonnette, "Grande Complication", die so genannte Glashütter Jubiläumsuhr mit Originalschatulle und Originalgarantie - diese Uhr hat mit 400 Gramm das höchste Gewicht aller jemals in Glashütte produzierten Goldtaschenuhren

Geh.: 18Kt Gold, aufgeschraubtes Goldmonogramm, gestuft, glatt, Gehäuseform "Louis XV à goutte", Goldcuvette, Hebel für Ein- bzw. Ausschaltung des Selbstschlages, Hebel für Wahlschaltung: Grande- bzw. Petite Sonnerie, Mittelteil mit zwei Drückern für Schleppzeigerchronograph, sowie Schieber für Minutenrepetition, Werksverglasung. Ziffbl.: Email, arab. "Empire" Zahlen, eingesetzte blitzende Fünftelsekunde "Seconde foudroyante" und kleine Sekunde in Kombination mit Mondalter, Schleppzeigerchronograph mit eingesetztem 30-Minutenzähler, eingesetzte Skalen für Tag-, Datums- und Monatsschaltung unter Berücksichtigung des Schaltjahres, segmentförmiger Ausschnitt für Mondphase mit kobaltblau emaillierter Goldscheibe sowie eingelegten Goldmonden und Sternen, signiert, Louis-XV-Goldzeiger. Werk: 2/3-Platinenwerk Cal. Louis Elysée Piguet, gekörnt, vergoldet, signiert und nummeriert, gebläute/spiegelpolierte Schrauben, spiegelpolierte anglierte Chronographenhebel, Schaltrad, 2 Hämmer, 2 Tonfedern, Tandemaufzug mit oben liegenden wolfsverzahnten, spiegelpolierten Gesperren für 2 Federhäuser, spiegelpolierte, anglierte Doppelzeigerzange mit Schaltrad für Schleppzeiger, rotgoldene Chronographenräder, Goldschrauben-Komp.-Unruh, gebläute Unruhspirale, reich mit Rankwerk handgravierter Unruhkloben, Rückerfeder-Feinregulierung, Goldanker und -ankerrad, chatonierter Diamantdeckstein auf Unruh, goldchatonierter Rubindeckstein auf Anker und Ankerrad.

Die Grande Complication von Aspe, Paris [Bearbeiten]

Grande Complication Aspe à Paris
mit Zweizonenzeit und doppeltem ewigem Datum ("double quantieme perpetuel")

Daten zu dieser Auktion [Bearbeiten]

Lot 542 Schätzpreis 95.000 - 120.000 EUR

Aspe à Paris, Geh. Nr. 12199, 61 mm, 185 gr., circa 1890

Bedeutende, einzigartige, astronomische und hochfeine "Grande Complication" mit Zweizonenzeit und doppeltem ewigem Datum ("double quantieme perpetuel"), mit Tag- und Monatsanzeige mit Schaltjahr, Mondphase, Mondkalender, Chronograph mit zentralem 60-Minutenzähler und Minutenrepetition - mit Originalschatulle und original Verkaufsrechnung Geh.: 18Kt Gold, à goutte, Rückseite mit graviertem gallischen Hahn und Spruchband: "Nunquam Qies" ("Niemals ruhen"), gravierte Lunette mit Motto: "Fugit Tempus Irreparabile" ("Die Zeit verringt unwiederbringlich"), Goldcuvette mit 26 radialen, gravierten Städtenamen, Schieber für Repetitionsauslösung. Ziffbl.: Email, radiale röm. Stunden, eingesetzte kleine Sekunde, 2 x eingesetzte Emailziffernringe für Stunde und Minute mit röm. Zahlen, 2 x eingesetzte Datumsanzeige, Monatsanzeige und Schaltjahresanzeige, kobaltblau emaillierte Mondphasenscheibe mit eingelegten goldenen Sternen und Mond, Spade-Goldzeiger. Werk: Brückenwerk, gekörnt, vergoldet, spiegelpolierte Schrauben, fein geschliffene Chronographen-Stahlteile, Schaltrad, 2 Hämmer, 2 Tonfedern, Goldschrauben-Komp.-Unruh, Ausgleichsanker, Rubindeckstein auf Anker und Ankerrad.

Die Grande Complication von Audemars Piguet & Co., Le Brassus [Bearbeiten]

Audemars Piguet
Hochfeine astronomische "Grande Complication" mit ewigem Kalender, Mondphase und Schleppzeigerchronograph, 30-Minutenzähler und Minutenrepetition
Audemars Piguet
Uhrwerk der Grande Complication in höchster Qualität

Aus der Historie von Audemars Piguet [Bearbeiten]

In den Jahren 1965-1973 wurden lediglich 10 dieser hochkomplizierten Uhren "Grande Complication" hergestellt. Seit etwa 1890 sind die Qualitätsstufen für Uhren aus dem Hause Audemars Piguet streng geregelt. Hochkomplizierte Werke wurden nur in bester Qualität (Qualitätsstufe "Extra" und "I") gefertigt.

In dem Buch "Audemars Piguet" von Gisbert Brunner, Christian Pfeiffer-Belli und Martin K. Wehrli (München 1992, Seite 48) findet sich dazu folgende Textpassage:

Ab etwa 1890 bot Audemars Piguet seine Uhrwerke grundsätzlich in den vier Qualitätsstufen "Extra", "I", "II", und "III" an. Hochkomplizierte Werke gab es jedoch nur in den Ausführungen "Extra" und "I". In mehreren von Jules Audemars und Edward Piguet eigenhändig geschriebenen Heften erhielten die Uhrmacher genaueste Anweisungen zur Finissage der unterschiedlichen Werke. Auf dieser Grundlage wurde für jede einzelne Uhr eine Karteikarte angelegt, die nach jedem Arbeitsschritt vom verantwortlichen Uhrmacher auszufüllen und abzuzeichnen war. Nach ihrer Fertigstellung musste jede Uhr entweder Jules Audemars oder Edward Piguet zur Endabnahme vorgelegt werden. Erst nach dem Plazet eines der beiden Firmeninhaber durfte die Uhr das Haus in Richtung des Auftraggebers verlassen.

Daten zu dieser Auktion [Bearbeiten]

Lot 543 Schätzpreis 70.000 - 90.000 EUR

Audemars Piguet & Co., Werk Nr. 120877, Geh. Nr. 58785, Cal. 17''' JSMCCRVQ, 47 mm, 93 gr., circa 1970

Hochfeine astronomische "Grande Complication" mit ewigem Kalender, Mondphase und Schleppzeigerchronograph, 30-Minutenzähler und Minutenrepetition

Gehäuse: 18Kt Gold, glatt, Druckboden, Chronographendrücker bei "11", Schieber für Repetitionsauslösung. Ziffbl.: versilbert, aufgelegte Goldindizes, kleine Sekunde, signiert, vertiefte Tag-, Datums- und Monatsanzeige unter Berücksichtigung des Schaltjahres, kobaltblau emaillierte Mondphasenscheibe mit eingelegten goldenen Sternen und Mond, Baton-Goldzeiger. Werk: Brückenwerk, rhodiniert, "fausses côtes" Dekoration, spiegelpolierte Schrauben, 8 Adj., 36 Jewels, feinst geschliffene, anglierte Chronographen-Stahlteile, Schaltrad, geschliffene anglierte Doppelzeigerzange mit Schaltrad für Schleppzeiger, 2 Hämmer/2 Tonfedern, gebläute Unruhspirale, Goldschrauben-Komp.-Unruh, Rückerfeder-Feinregulierung, Rubindeckstein auf Ankerrad.

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