Fabrique de Montres Emmanuel Piguet

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(siehe auch: Piguet)

Chronomètre Emmanuel Piguet Besançon, Silberne Anker-Taschenuhr
Fabrique d, Horlogerie et Horlogerie Orfevrerie Emmanuel Piguet.jpg

Französischer Uhrenfabrikant, Uhrenhändler, Goldschmied und Juwelier.

Emmanuel Piguets Uhrenmanufaktur, ehemals am Place du Huit-Septembre ansässig, prägte Besançon und insbesondere dessen Stadtzentrum. Das Uhrenunternehmen von Vincent "Emmanuel" Piguet (1824-1892) wurde laut Briefköpfen und Werbung im Jahr 1800 gegründet und hinterließ seine Spuren im Zentrum von Besançon. Dies würde bedeuten, dass „Emmanuels“ Vater, der Unternehmer Claude Joseph Piguet (1798–1871), bereits Eigentümer des Unternehmens war. Über seinen Großvater ist leider nichts bekannt. Auch ihre Berufe sind unbekannt, und ob sie mit den Familien Piguet in der Schweiz verwandt waren, ist ebenfalls nicht gesichert.

Möglicherweise bestand doch eine entfernte familiäre Verbindung, da Charles Émile Piguet, aus der Schweiz stammend, die Uhrmacherschule in Besançon besuchte. An dieser Schule arbeitete Pierre Louis Piguet, Bruder von Vincent „Emmanuel“ Piguet, als Lehrer. Zweifellos waren es die in der Hauptstadt der französischen Uhrmacherei geknüpften und gepflegten Kontakte, die später zu Aufträgen der Firma Leroy führten.

Die Firma befand sich am Place du Huit-Septembre 7 (oder, wie die Einwohner von Besançon es noch heute nennen, Place Saint-Pierre). Zwei prächtige Gebäude, die damals unübersehbar waren, so sehr waren die Fassaden vom Boden bis zum Dach mit Informationen und Werbung bedeckt. Zu beachten ist, dass sein Sohn "Louis" Jean Baptiste Piguet (1860–1936), ebenfalls Uhrmacher, ein eigenes Unternehmen und damit einen Konkurrenten gründete, das sich zunächst 1889 am Place Saint-Pierre 7 und ab 1895 in der Grande Rue 51 befand. Der andere Sohn Charles Xavier "Emmanuel" Piguet (1864-1903) übernahm das Unternehmen seines Vaters, starb aber relativ jung, im Alter von nur 38 Jahren.

Die Nachfolger, allen voran Louis "Pierre" Hérard (1876-1952), profitierten in den 1920er Jahren, genauer gesagt ab 1922, von Piguets Seniorität und seinem Ruf. „Piguet“ war ein Unternehmen, das sich gegen die großen Pariser Häuser behaupten kann. 1950 verband Fiermont seine gesamte Kommunikation mit dem Namen Piguet (nicht mit der Person). Gierden, ein weiterer Nachfolger, tat dies in den 1960er Jahren ebenfalls. So sehr, dass sie nie einen anderen Vornamen als „Piguet“ erhielten. Werbung und Postkarten haben die Firma zu einer wahren Institution gemacht. Sie sind Hersteller, Händler, Uhrmacher und zugleich Goldschmiede, Juweliere, Optiker – vor allem aber Kommunikatoren. Es ist ein Fest für die Augen, ein Unternehmen, das mit den großen Pariser Häusern wie Detouche mithalten kann. So sehr, dass ein ehemaliger Präsident der Republik sie bei einem Besuch und einer denkwürdigen Rede in Besançon als Kulisse nutzte. Als De Gaulle am 18. Juni 1962 zu Besuch war, befand sich das Podest, auf dem er stand, direkt vor dem Piguet-Schild. In jenen Jahren hatte die Firma Emmanuel Piguet längst aufgehört, Uhren herzustellen, war aber offizieller Vertreter sowohl französischer als auch schweizerischer Uhrenmarken, darunter LIP, Movado, Juvenia. Das Unternehmen war auch bekannt als Vertreter der Orfèvrerie Christofle, der Société Française d'Articles de Ménage, Ercuit und Ravinet d'Enfert, Besteck und Silberwaren etc. Piguet Gierden schloss im November 1980 endgültig seine Pforten. Ein Foto wie das historische Bild wäre heute nicht mehr möglich; der Platz vor den historischen Gebäuden ist inzwischen von Bäumen gesäumt. Die Gebäude im Stadtzentrum von Besançon sind größtenteils noch so wie um 1900.

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