Detouche, Constantin Louis

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Constantin Louis Detouche, circa 1842, "Zeitgleichung" mit schlagwerk
Constantin Louis Detouche à Paris, Nr. 9733, circa 1835, Außergewöhnlicher Präzisions-Tischregulator mit Halbstunden- Stundenselbstschlag - 17-Tage Gangdauer.
Detouche, Rue Saintonge - Rue Saint Martin à Paris, circa 1880
Grande fabrique et magasins d'horlogerie, orfèvrerie et bijouterie C. Detouche, 158 et 160 Rue Saint-Martin

Französischer Uhrmacher und Juwelier

Constantin Louis Detouche wurde am 20. Oktober 1810 in Paris geboren, vielleicht war sein Vater auch Uhrmacher, denn in 1820 war bereits ein Uhrmacher namens Detouche in der Rue de Venise 7 ansässig. Nach seiner Ausbildung zum Uhrmacher gründete er um 1830 ein eigenes Geschäft, zuerst in der Rue de Venise, bald danach in der Rue St. Martin 160 (228-230) (diesen Ort anzeigen), wo es blieb bis Detouche verstarb. Neben Uhren wurden auch Juwelen und Instrumente verkauft.

Um 1835 wurde ein Werkstattleiter angenommen, es war François Jacques Houdin, ein Uhrmacher von gutem Ruf und ein anerkanter Fachmann. Houdin mußte unglücklicherweise vorher für seinem Betrieb Konkurs anmelden. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden sehr schöne Uhren welche manchmal auch von beiden signiert wurden. Zum Beispiel die Astronomische Wanduhr Nr. 9730 mit einem feuervergoldeten Bronzegehäuse. Die Uhr hat fünf Komplikationen: Gangreserve-Anzeige, Datum – und Tagesanzeige Monat, und ‘sectorielle’ Zeitgleichung auch Äquation genannt welche die wahre Zeit (Ortszeit) anzeigt, gefertigt im Jahre 1851.

Noch bekannter wurde der Astronomische Regulator Pendule Nr. 8974, gefertigt 1849: Ein feuervergoldete Bronze-Pendule mit verschiedenen Komplikationen, u.a eine Anzeige für Sonnenauf- und Untergang, Stand der Sonne am Horizont, Stunden, - Minuten, - und Sekundenanzeige , Mondphasenanzeige, Kalender, und Zeitgleichung . Die Uhr hat eine Gangreserve für einen Monat und besitzt eine Hemmung mit konstanter Kraft. Diese Uhr wurde speziel für die Weltausstellung von 1851 in London angefertigt und gewann dort die Goldene Medaille in allen Kategorien. Die Uhr wurde später noch ausgestellt beim “Centenale de l’Art français de 1800” im Jahre 1989 und auf der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900. François-Paul Journe zeigte die Uhr auf der Ausstellung in seiner Manufaktur im Jahre 2009.

Durch diese Zusammenarbeit entstand eine Freundschaft zwischen Constantin Louis Detouche und der Familie Houdin. So lernte Detouche auch Jean Eugène Robert-Houdin kennen. Beide Männer hatten ein großes Interesse an einem ziemlich neuen Phänoman, der "Elektrizität". Und beide wollten diese für Uhren anwenden. So arbeiteten sie eng zusammen und erhielten 1856 ein gemeinsames Patent für eine Elektrische Uhr. Unter dem Namen C. Detouche & Houdin wurden Elektrische Regulatore in Anwendung dieses Patents gefertigt. Eine dieser frühen Elektrischen Uhren gelangte in den Besitz von Paul-Casimir Garnier. Vermutlich wurde diese Uhr bereits durch dessen Vater Paul (Jean) Garnier angekauft, welcher selbst ein Patent für eine Elektrische Uhr besaß. Paul Casimir vermachte seine Uhrensammlung dem Louvre, aber die Elektrische Standuhr verblieb im Firmengebäude von Garnier und gelangte so 1933 bei der Übernahme von Ets. Paul Garnier durch Léon Hatot in dessen Besitz.

Hatot verwendete diese Uhr als Regulatoruhr für die Werkstatt und als Mutteruhr für die Steuerung aller Nebenuhren im Gebäude bis die Firma verkauft wurde. Im Jahre 1996 wurde diese Uhr bei dem Auktionshaus Christies verteigert. Am 15. September 2004 wechselte sie abermals auf einer Auktion bei Christies für £47,800 ihren Besitzer.

Constantin Louis Detouche erlangte mehrere Auszeichnungen. 1860 gewann er auf der Ausstellung in Besancon eine Goldmedaille und 1862 eine Medaille in Londen.

Er signierte seine Uhren mit Detouche, fournisseur de la ville de Paris et de l' Empereur Napoléon III (Lieferant für die Stadt Paris und Napoléon III). Detouche ist auch der Erfinder von Personenzähler für Tourniquets (drehbeare Zugangspforten), die heute noch für Zugänge von Märkten und Börsen Verwendung finden. Ein von seinen besonderen Uhren findet man heute im Musée des Arts et Métiers.

Im Jahre 1850 kaufte Detouche in Villemomble, ein Ort bei Paris, ein grundstuck. Ein teil vom domaine de Launay wo er sich ein Villa erbauen ließ. Von 1871 bis 1879 war er in Villemomble Burgermeister, und wurde ganz wichtig für die Stadt. Er war sehr generös und beliebt, durch seine arbeit wurde Villemomble modernisiert. Sein einfluß auf die Entwicklung der Stadt ist recht beträchtlich. Er verbessert die Wasserversorgung, schafft die erste soziale Infrastruktur der Stadt und bemühte sich mit die gründung von ein neue Schule und ein neues Rathaus. Dazu kaufte er das Château Seigneurial de Villemomble, erbaut 1769 von Louis-Philippe d'Orléans für sein maîtresse Mademoiselle Le Marquis. Restauriert wurde dann dieses Château im Renaissance Stil von der Bekannte Architekt Charles Brouty und wurde ab dann als Rathaus und Schule verwendet. Schließlich hatten diese Aktivitäten eine Zunahme der Bevölkerung als resultat. Vermutlich wurde das Betrieb in Paris durch ein Betriebsleiter weiter geführt, denn Detouche war bereits 61 Jahre als er Burgermeister wurde, und 70 am ende sein Magistatur.

Die französische Regierung würdigte seine Verdienste und erhob ihn am 18. August 1873 zum Ritter der Ehrenlegion. Detouche's Frau, Joséphine Detouche, verstarb plötzlich am 10. September 1888, Constantin verstarb ein Jahr später am 7. Dezember 1889. Die Stadt Villemomble ehrte ihn durch die Errichtung eines Mausoleums am Friedhof und benannte eine Straße nach ihm: die Avenue Detouche.

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