Moser, Johann Heinrich

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(siehe auch: Moser)

Heinrich Moser

Schweizer Uhrmacher

Johann Heinrich Moser "Heinrich" Moser entstammte einer Uhrmacherfamilie. Grossvater Johannes (1730–1820) und Vater Erhard (1760–1829). Er wurde am 12. Dezember 1805 als 12e. Kind des Schaffhauser Stadtuhrmachers Erhard Moser in Schaffhausen geboren. (Andere Quellen erwähnen Heinrich als 9e. Kind) Auch sein Großvater Johann Moser bekleitete dieses Amt. Er wurde 12. Dezember 1805 in Schaffhausen geboren.

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung und Jugendjahre von Johann Heinrich Moser

Johann Heinrich Moser absolvierte eine 3 1/2-jährige Uhrmacherlehre (1820 bis 1824) bei seinem Vater und ab 1824 Lehrjahre in La Chaux-de-Fonds und Le Locle. Nach seiner Ausbildung beginnt er mit einem kleinen Handel von Ersatzteilen. Schon nach reichlich einem Jahr erhält der begabte Moser Arbeitsangebote aus Italien und Paris. Ab 1826 baut er als selbständiger Uhrmacher Uhrwerke in Gehäuse ein.

Mosers Erfolgsgeschichte in Rußland und Heirat

H. Moser & Cie., St. Petersbourg & Moscou - Henri Jacot à Paris, circa 1865.
Zifferblattsignatur einer Taschenuhr von H. Moser

Anfang Oktober 1827 geht er nach Rußland, um sich in diesem Uhrenmarkt zu etablieren. Im Spätsommer 1828 eröffnete er mit 500 Rubel ein eigenes Geschäft am berühmten Newskij Prospekt in Sankt Petersburg unter dem Firmennamen H. Moser & Cie. Diese Uhren zeichnen sich durch eine hohe Qualität aus. Moser oder einer seiner Vertreter prüfen jede Uhr persönlich vor dem Verkauf. Schritt für Schritt baute der Gründer und Inhaber das seinen Namen tragende Unternehmen «H. Moser & Co.» aus und verkaufte Uhren nicht mehr nur in Sankt Petersburg, sondern auch in Moskau und auf den grossen Messen in Nischni Nowgorod und Irbit.

Warnung vor gefälschten Moser-Taschenuhren

Dieses Qualitätsdenken wird vom Markt durch gute Verkaufszahlen honoriert. Aber auch die Fertigung soll den hohen Ansprüchen gerecht werden. 1829 eröffnet Moser in Le Locle eine Uhrenfabrik unter der Firma Henry Moser au Locle, um dort ausschließlich Uhren für seine Handelsgesellschaft herzustellen. Als Betriebsleiter setzte er seinen früheren Weggefährten Droz ein. Die Taschenuhren der Firma waren in Rußland offenbar so beliebt, daß sie sehr oft gefälscht wurden. In Zeitungsanzeigen warnte Moser zu dieser Zeit vor diesen Fälschungen. Am 29. Oktober 1830 heiratete Moser die Tochter Charlotte des schon verstorbenen Hof-Mechaniker Franz Mayu - durch diese Heirat wurde sein Geschäftspartner, Johann Mayu, auch sein Schwager. 1832 folgte eine Geschäftgründung in Moskau; es folgten weitere in Kiew, Irbit und Nowgorod. Auch in Paris und New York konnte man Moser-Uhren kaufen. Von 1839 bis 1842 lebte die Familie teilweise in Russland und der Schweiz.

Rückkehr in die Schweiz

Im Jahre 1848 kehrte Moser als vermögender und inzwischen verheirateter Mann und mehrfacher Familienvater in die Schweiz zurück. Noch vor seiner Rückkehr war er Besitzer mehrerer Grundstücke in Neuhausen am Rheinfall geworden, die er zu einem weitläufigen Landgut für sich und seine Familie um- und ausgestalten liess. Zu Ehren seiner Frau Charlotte Moser-Mayu gab er dem Anwesen den Namen «Charlottenfels». Im Sommer des Jahres 1850 sollte nunmehr auch der Bau des neuen Wohnhauses Schloss Charlottenfels in Angriff genommen werden. Doch noch bevor die Arbeiten begannen, starb Charlotte Moser-Mayu am 11. Juli 1850 an den Folgen eines Kutschenunfalls. Die fünf Kinder Charlotte, Emma, Henriette, Sophie und der kleine Georg Heinrich (Henri) waren noch minderjährig, als sie ihre Mutter verloren. Im Jahre 1870 heiratete der langjährige Witwer die junge Fanny von Sulzer-Wart und wurde noch die Töchter Fanny und Mentona geboren. Moser hat die Vision, das ruhige Schaffhausen in einen lebendigen und modernen Industriestandort umzugestalten. So fördert er zunächst die Dampf-Schifffahrt und 1854 beteiligte er sich an der Errichtung der Taschenuhrgehäuse-Fabrik Lucas Jezler. Kurze Zeit später folgte eine 2. Fertigungseinrichtung für Taschenuhrgehäuse. Beide Einrichtungen wurden 1863 mit neuester Technik ausgerüstet.

Auch regte Ende der 1850er Jahre den Bau eines Rhein-Wehres an. 1863/64 begann man mit dem Bau des Moser-Dammes, und am 9. April 1866 erfolgte die feierliche Inbetriebnahme des Dammes mit seinem Turbinenhaus. Er ist Mitinitiator bei der Gründung der Schweizerischen Waggonfabrik bei Schaffhausen, der Schweizerischen Industriegesellschaft (SIG) Neuhausen und der Eisenbahnlinie Schaffhausen-Winterthur, die „Rheinfallbahn“. Ab 1860 wurden auch Werke von L. Audemars, Le Coultre, Robert & Courvoisier, Lipmann und später Longines, Nardin und IWC verarbeitet. Moser verwendet bis zu 64 verschiedene Kaliber, davon 24 mit Komplikationen. 1868 unterstützt er den amerikanischen Uhrmacher Florentine Ariosto Jones, der ursprünglich in der Schweiz Uhren bzw. Teile für ein Unternehmen in New York produzieren lassen wollte, bei der Gründung der International Watch Co. durch die Bereitstellung von Gewerberäumen und Antriebsenergie.

Er verstarb am 23. Oktober 1874 in Schaffhausen. Heinrich Moser war eine starke, mithin ambivalente Persönlichkeit: als Patron hochgeschätzt, als Mensch jedoch wenig konsensfähig. In der Region Schaffhausen bewirkte er durch die Schaffung von Arbeitsplätzen, dass viele Menschen nach langer Zeit aus der Armut fanden. Er war Philanthrop und blieb trotz seiner ständigen Querelen mit der Obrigkeit stets ein Patriot.

Nach Mosers Tod

Der einzige Sohn von Heinrich Moser, Georg Heinrich Moser, aus dessen erster Ehe mit Charlotte Moser-Mayu († 1850). In seiner Rolle als Stammhalter war er vorgesehen als Erbe des vom Vater aufgebauten russisch-schweizerischen Unternehmens. In diesem Sinne absolvierte Georg Heinrich Moser anfangs eine Ausbildung zum Uhrmacher in der väterlichen Manufaktur in Le Locle und später in den russischen Handelsgeschäften der H. Moser & Cie. Allerdings wurde schnell deutlich, dass die Interessen von Henri Moser auf anderem Gebiet lagen.

Als führte Heinrichs zweite Frau Fanny, geb. von Sulzer-Warth aus Winterthur, das Imperium weiter. 1878 verkaufte sie die russische Handelsgeschäft sowie die Uhrenfabrik in Le Locle an die jeweiligen Geschäftsführer der Unternehmen - die Handelsgesellschaft übernahm Johannes Winterhalter, die Schweizer Uhrenfabrik ging an Paul Girard - mit der Auflage, daß alle Nachfolgefirmen stets unter dem Firmennamen «H. Moser & Cie» oder «Heinrich Moser & Co.» weiterzuführen sind.

Nach 1918 wurden die russischen Betriebe enteignet. Der Schweizer Betrieb stellte Das Geschäft in Le Locle wurde von diesen politischen Umwälzungen verschont. Zur Kompensierung des verloren gegangenen Russischen Marktes wurde verstärkt in andere Länder exportiert.

Ab 1955 wurden nur noch Armbanduhren hergestellt und 1979 wurde die Firma Teil der Dixi-Mechanique- Group. Im Jahre 2002 wurde die Firma Moser Schaffhausen AG gegründet und von ihr die Marke H. Moser & Cie angemeldet.

Weiterführende Informationen


Literatur

Weblinks

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