Lange, Ferdinand Adolph (18.02.1815 - 03.12.1875)

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(siehe auch: Lange)

Original Porträt von Ferdinand.Adolph Lange (Retuschiert)
Ferd. Adolph Lange im Adreßbuch Dresden 1844, Gewerbslokal Augustusstraße
Ferdinand Adolf Langes erste Werkstatt und Haus in Glashütte, rechts von der Mitte, heute Hauptstrasse 12
Gedenktafel F. A. Glashütte Hauptstraße 12
Zeitungsmeldung von 1867

Inhaltsverzeichnis


Begründer der Glashütter Uhrenindustrie
Bedeutender Glashütter Uhrmacher mit internationalem Ruf

Ferdinand Adolph Lange wurde am 18. Februar 1815 in Dresden als Sohn eines Büchsenmachers Johann Samuel Lange († 1842) und Christiana Amalia Mönnicke (* 1782), geboren. Vater Lange war Büchsenmacher bei der Königlichen Leibgarde und nahm an mehreren Napoleonischen Kriegen teil. Er nahm sogar an der Kampagne nach Moskau teil, das Leben des Soldaten prägte seinen harten Charakter. Nach der Trennung seiner Eltern nahm sich die Familie Heber des jungen Adolphs an und ermöglichte ihm ab 1830 eine Ausbildung bei dem bekannten Hof- und Kleinuhrmacher Johann Christian Friedrich Gutkaes. Hier konnte er sein ganzes handwerkliches Geschick unter Beweis stellen. Schon nach kurzer Anleitung durch seinen Lehrmeister fertigte er präzise vollendete Arbeiten. Seine Freizeit nutzte er zum Besuch der polytechnischen Schule und zur Fremdsprachenausbildung in Englisch und Französisch. Diese Sprachkenntnisse kamen ihm zugute, als er nach seiner Lehre mit Empfehlung von Gutkaes nach Paris reiste und in die Dienste des berühmten Chronometermachers Joseph Thaddäus Winnerl trat. Schon zwei Jahre später wurde Lange bei Winnerl als Werkführer eingesetzt, das Angebot Winnerls auf eine lebenslange Anstellung schlug Lange aber aus. Nach vier Jahren in Paris [1], wo er Freundschaft mit Victor Gannery schloß, setzte er seine Wanderjahre fort und bereiste England und die Schweiz, bevor er 1841 mit vielen neuen Ideen in die Kunstuhrenfabrik Gutkaes zurückkehrte. Kurze Zeit später, am 6. Oktober 1842, prüfte die Uhrmacherinnung Dresden das Meisterstück von Ferdinand Adolph Lange [2].

1842 heiratete Lange die Tochter seines Lehrmeisters, Antonia Gutkaes, und wurde Teilhaber und uhrmacherischer Motor in der Firma seines Schwiegervaters. Erwähnt wurde er in der Joh(annis) G(asse) 4 und Gewerbslokal Augustusstraße (3) wo auch Gustav Bernhard Gutkaes arbeitete. Die Johannis Gasse war bei der Johanniskirche und existiert heute nicht mehr.

Im Dezember 1845 gründete A. Lange mit Hilfe eines Darlehens der Königlich Sächsischen Regierung in Glashütte seine eigene Firma, die später als A. Lange & Söhne / Glashütte i. Sa. berühmt wurde, und legte damit den Grundstein für die gesamte Glashütter Uhrenindustrie. Am 7. Dezember 1845 beginnen die ersten 15. Lehrlinge ihre Ausbildung bei Lange. Diese wurden schon vollständig im Geiste der später gegründeten Deutschen Uhrmacherschule Glashütte geschult, indem Lange praktische Arbeit, Fachzeichnen und fachwissenschaftlichen Unterricht miteinander verband. Er führte auch die von Olaf Römer 1675 empfohlene Zykloiden-Verzahnung für Uhrwerke ein [3]. Obwohl er 1845 in Glashütte anfing wurde F. A. Lange bis 1849 noch als Inhaber einer betrieb in der Augustusstraße in Dresden erwähnt, Gustav Bernhard Gutkaes war bereits 1847 in die Schloßstraße gezogen.

Aus der Ehe mit Antonia Gutkaes gingen 4 Söhne (Richard, Emil, Adolf und Otto) und 3 Töchter (Marie, Emma, und Antonie) hervor. Tochter Johanna Louise Antonie Lange (1858-1914) heiratete Gotthelf Robert Artur Burkhardt (1857-1918) inhaber der Rechenmaschinenfabrik in Glashütte. Tochter Emma Sophie Amalie Lange (1855-1941) heiratete den Pfarrer Christian Moritz Nächster (1841-1882) welche als Pastor in Glashütte arbeitetet und dort verstarb.


18 Jahre lang leitete Lange als Bürgermeister die Geschicke der Stadt Glashütte.

Das einzige Foto, das von Ferdinand Adolph Lange existiert, ist dem russischen Zarenhaus zu verdanken. Die Begeisterung über Ferdinand Adolph Langes komplikationsreiche Taschenuhren mit Schlagwerk ist so groß, dass man sich mit einer wertvollen Anstecknadel und einem Dankschreiben beim Uhrmachermeister erkenntlich zeigt und ihn nach St. Petersburg einlädt. Da Ferdinand Adolph Lange nicht für so lange Zeit reisen und auf keinen Fall seine Arbeit vernachlässigen will, lässt er ein Porträt von sich und der auf einem Seidenschal angesteckten Brillantnadel machen und sendet diese Fotografie an das Zarenhaus. Das Foto wurde im Atelier der Firma Teich-Hanfstaengel "Hof Photograph" in- Dresden erstellt. Inhaber der Firma war Carl August Teich (1837–1887). Ein Abzug ist in Glashütte erhalten geblieben – vom einzigen Bild von Ferdinand Adolph Lange. Ein zweiter Originale Abzug von 90 mm x 58 mm landete im Archiv von Uhrmachermeister Piet Andriessen. Das leider eher fleckige Foto wurde kopiert und mit einem Zeichenprogramm retuschiert.

Ferdinand Adolph Lange verstarb am 3. Dezember 1875.

Weiterführende Informationen

Literatur

1. Auflage (2005): Herausgeber: Förderkreis Lebendiges Uhrenindustriemuseum e.V.; ISBN 3927987913 ISBN 978-3927987913
2. Auflage (2012): Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Chronometrie (DGC); ISBN 978-3-941539-99-0

Externe Links

Quellen

  1. 16 Bildnisse hervorragender Uhrmacher nebst deren Lebensbeschreibungen; Autor: Curt Dietzschold; Verlag: C. Dietzscholds Verlag, Krems an der Donau, Nieder-Österreich, 1908
  2. Bericht über die Jubiläums-Austellung in Glashütte (31. August bis 9. September 1895)
  3. 16 Bildnisse hervorragender Uhrmacher nebst deren Lebensbeschreibungen; Autor: Curt Dietzschold; Verlag: C. Dietzscholds Verlag, Krems an der Donau, Nieder-Österreich, 1908

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