Tutima - Glashütter Qualitätsmarke der UFAG

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Tutima
(siehe auch: Tutima)

TU Kaliber 19 in Tutimaausführung
Urofa 522 in Tutimaausführung
Tutima-Ausführung des Raumnutzwerkes Kaliber Urofa 58

Glashütter Qualitätsmarke der UFAG

Tutima wurde ursprünglich 1927 als Markenname für die Uhren-Großhandelsgesellschaft mbH Leipzig (Nachfolgevertriebsgesellschaft der Vereinigte Werke Deutscher Uhrmacher GmbH) auf Zifferblatt und Uhrwerk der ersten Taschenuhren der Glashütter Uhrenfabrik AG (UFAG) verwendet. Die Uhrwerke Kaliber 19 waren eine Konstruktion der 1925 in Konkurs gegangenen Firma Uhrenfabrik Emile Judith in Biel.

Als Qualitätsmarke wurde Tutima von der Glashütter Uhrenfabrik AG (UFAG) vermutlich 1930 mit dem Erscheinen von Armbanduhren des Kalibers 52 eingeführt. Die UFAG veredelte etwa ab 1929 einen Teil der Werke der Schwesterfirma UROFA. Aus dem größten Teil dieser Werke entstanden Herren- und Damenarmbanduhren für den gehobenen Anspruch. In der Regel wurden diese Werke in Gold-, zum Teil aber auch in Edelstahlgehäusen verbaut.
Das Tutima-Logo und der Schriftzug Glashütte auf dem Zifferblatt kennzeichnen diese Qualitätsuhren. Um auch die veredelte Werke zu kennzeichnen, wurde auf der Räderwerkbrücke der Schriftzug Tutima & Glashütte/Sa. eingeprägt. Besonders schön kommt das bei dem mit Streifenschliff & Chatons versehenen Werken des Kaliber 542, 58 & 581 zur Geltung.
Qualitätswerke wurden ab Ende der 1930er Jahre u.a. auch an die Firma Lange & Söhne verkauft, die in den 1930er Jahren noch keine eigenen Armbanduhrewerke und keine Großserienproduktion von Armbanduhren hatte. Ab 1941 ist auch der Fliegerchronograph Kaliber 59 unter diesem Markennamen für die Deutsche Luftwaffe produziert. Da nach 1945 durch den Krieg und die durch die sowjetische Besatzungsmacht angeordnete Demontage zunächst keine Voraussetzungen mehr bestanden, an den Qualitätsmaßstab der Jahre davor nahtlos anzuknüpfen, kam die Marke Tutima bei der UROFA nach 1945 nicht mehr zum Einsatz. Möglicherweise war der Markenname Tutima auch durch den Fliegerchronographen der Nazi-Luftwaffe Kal.59 für den Gebrauch in der Sowjetischen Besatzungszonezu belastet. So verwaiste der Markenname zunächst, obwohl er wie alle anderen noch geschützten Glashütter Markennamen an den VEB GUB gefallen wäre und wurde infolge Nichtbenutzung frei.

Die 1951 gegründeten VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) übernahmen mit der 1948 verstaatlichten Firma VEB Mechanik Lange & Söhne auch deren vermutlich bereits 1948 verwendetes Qualitätslogo Q mit der darin befindlichen Ziffer 1 für ihre Güteuhren.

1970 sicherte sich der ehemalige Mitarbeiter der Firma Kurtz Glashütter Tradition, Dieter Delecate, die Markenrechte an der seit 1945 nicht mehr genutzten und 25 Jahre später ungeschützten Glashütter Marke Tutima. Die Firma Tutima-Uhrenfabrik GmbH produzierte nun bis wenigstens 2012 Großserien-Armbanduhren mit zugekauften mechanischen und Quarz-Werken in Ganderkesee bei Bremen. Nach der deutschen Wiedervereinigung gibt es seit 2008 im sächsischen Glashütte eine Niederlassung, dort werden ausschliesslich hochpreisige mechanische Luxusuhren mit eigenen Manufakturwerken hergestellt. Die Produktion von Tutima-Großserienuhren mit zugekauften Werken in Ganderkesee wurde beendet, jedoch beibt Ganderkesee Firmensitz und Standort der Zweitmarke "Boccia".

Literatur [Bearbeiten]

1. Auflage (2005): Herausgeber: Förderkreis Lebendiges Uhrenindustriemuseum e.V.; ISBN 3927987913 ISBN 978-3927987913
2. Auflage (2012): Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Chronometrie (DGC); ISBN 978-3-941539-99-0
  • CD Faszination Glashütte
  • Fachzeitschrift "Klassik Uhren", Ausgabe Nr. 3/2006; Artikel "Dr. Ernst Kurtz - Der Glashütter Armbanduhren-Pionier"
  • Kurt Herkner „Glashütter Armbanduhren Band 2
  • Fachzeitschrift "Klassik Uhren", Ausgabe 6/2008; Artikel "Uhrwerke und Armbansuhren der UROFA und UFAG Glashütte/Sa."

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