Uhrmacher

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Uhrmacher - ein Beruf mit Tradition & Zukunft

1957 hergestelltes Meisterstück mit Kaliber 60 der Glashütter Uhrenbetriebe VEB (GUB)
1957 für Uhrmacher Meister Horst Orthmann augestellter Meisterbrief
Gesellenarbeitan mit vorher unveredelten Werk Urofa 58
1951 hergestelltes Meisterstück einer Precis 61

Inhaltsverzeichnis

Berufsbildes eines Uhrmacher (Auszüge aus dem 1953 in der damaligen DDR gültigen Berufsbildes)[Bearbeiten]

Diese Auszüge verdeutlichen, wie anspruchsvoll eine Ausbildung zum Uhrmacher war und auch heute wieder ist.[1]

Die Arbeitsgebiete eines Uhrmachers beinhalten:


Reparaturarbeiten an Hakenganguhren mit Geh-, Schlag-, Kuckuck- und Wachtelwerken.

Weckeruhren von der billigsten bis zur besten Qualität.

Hausuhren, Pendulen, Regulatoren mit l/2 und 1/4 Schlag.

Antike Uhren mit astronomischen Laufwerken.

Taschenuhren von Massenfabrikation bis zur feinsten Glashütter Präzisionsuhr.

Armbanduhren von 13 bis 5 1/4" in allen technischen Ausführungen. Stoppuhren von 1/5 bis 1/1oo Sekunde.

Erwünscht war weiterhin die Reparaturen an elektrischen Uhren, Kontroll- und Signalanlagen mit Stark- und Schwachstrom sowie an feinsten Präzisionstaschenuhren mit Schlagwerk und besonderen Hemmungsteilen, Chronografen, Telemetern und Armbanduhren unter 5 1/4".


Die folgenden Kenntnisse und Fertigkeiten sollten in der Lehrzeit vermittelt werden:


Feilen, Bohren, Drehen, Richten, Biegen, Absägen, Senken, Nieten, Trennen, Gewindeschneiden, Messen, Anreißen, Einpassen, Schleifen, Polieren, Härten.
Weich- und Hartlöten. Wälzen von Rädern aller Art. Anfertigen von Teilen aus Roh- bzw. Halbfabrikaten.

Füttern von Lagern bei Großuhren, Ersetzen von Lagersteinen durch Einpressen und Fassen bei Taschen- und Armbanduhren.

Eindrehen von Zylindern- und Unruhwellen.

Anfertigen von Aufzugwellen, Stellhebeln und Auslösungshebeln aus Rohmaterial bei Groß- und Kleinuhren.
Anfertigung kleiner Werkzeuge, wie Bohrer, Gewindeschneideisen und Fassonstichel. Pflege und Instandhaltung der Werkzeuge, Präzisionsmaschinen und der Einrichtungen.
Lesen und Anfertigen von Zeichnungen und Werkstattskizzen.

Regulieren an Uhren aller Art.

Lehrplan für eine 3-jährige Ausbildung zum Uhrmacher[Bearbeiten]

Lehrplan für das Uhrmacherhandwerk 1. Lehrjahr:


a) Grundforderungen: 1. und 2. Vierteljahr: Kenntnisse der Werkzeuge. Einführung in die Metallkunde. Flach- und Rundfeilen, Bohren, Schleifen, Drehen.
3. Vierteljahr: Polieren. Härten der Metalle. Messen nach 1/1oo mm.
4. Vierteljahr: Anfertigung von Schrauben. Schleifen und Polieren.
b) Praktische Arbeiten:
1. Vierteljahr: Reparatur einer einfachen Uhr mit Hakenhemmung. Erklärung der Hakenhemmung.
2. Vierteljahr: Reparatur am Babywecker. Erklärung der Stiften- und der Grahamhemmung.
3. Vierteljahr: Reparatur an Schlaguhren mit Graham- hemmung.
4. Vierteljahr: Spiralarbeiten. Einstellen von Graham-Hemmung.

c) Kundendienst:
1. Vierteljahr: Uhrenarten und Warenkenntnisse.
2. Vierteljahr: Postabfertigung. Mithilfe bei Bestellungen.
3.Vierteljahr: Dekorieren des Schaufensters. Reklamevorschläge.
4. Vierteljahr: Aufstellen von Uhren beim Kunden.

Lehrplan für das Uhrmacherhandwerk 2. Lehrjahr:
a) Grundforderungen: 1. Vierteljahr: Dreharbeiten mit Support und Wiederholungsarbeiten.
2. Vierteljahr: Bohrarbeiten (feine Löcher) und Wiederholungsarbeiten.
3. Vierteljahr: Arbeiten an Aufzugwellen und Wiederholungsarbeiten.
4. Vierteljahr: Anfertigung von Zeigestellhebeln. Eindrehen eines Triebes.
b) Praktische Arbeiten:
1. Vierteljahr: Einführung zur Stiluhr. Einsteckweckeruhr.
2. Vierteljahr: Reparaturen an Bavariaweckern und Wiederholung an allen Großuhren.
3. Vierteljahr: Einführung in die Zylindertaschenuhr.
4. Vierteljahr: Einführung zur Ankertaschenuhr. Reparatur von Reiseuhren mit Schlagwerk.
c) Kundendienst: 1. und 2. Vierteljahr: Berechnungen der Reparaturpreise.
3. Vierteljahr: Ladentätigkeit — Kundendienst.
4. Vierteljahr: Eintragung in die Reparaturbücher.

Lehrplan für das Uhrmacherhandwerk 3. Lehrjahr:
a) Grundforderungen:
1. Vierteljahr: Anfertigung von Hebelfedern aller Art. Eindrehen eines Tampons.
2. Vierteljahr: Eindrehen von Unruhwellen und Wiederholungsarbeiten.
3. Vierteljahr: Setzen neuer Eingriffe und Wiederholungsarbeiten.
4. Vierteljahr: Vertiefung der erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten.
b) Praktische Arbeiten: 1. Vierteljahr: Spiralarbeiten. Ersetzen von Lagersteinen.
2. Vierteljahr: Reparaturarbeiten an besseren Taschenuhren.
3. Vierteljahr: Aufsetzen neuer Spiralen. Einführung zur 10 1/2" Uhr, erwünscht 8 3/4" Uhr. Einführung in die Regulage.
4. Vierteljahr: Vertiefung der erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten und Wiederholungsarbeiten.
c) Kundendienst: 1. Vierteljahr: Einführung in die Buchführung
2. Vierteljahr: Vertiefung der Buchführungskenntnisse
3. Vierteljahr: Kalkulation der Reparaturarbeiten an Taschen- und Armbanduhren.
4. Vierteljahr: Vertiefung der erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten und Wiederholungsarbeiten.

Die Bereiche Zeichnen, Berechnungen sowie Fachkunde sind im Lehrplan der Berufsschule enthalten.

Der Beruf des Uhrenrestaurators[Bearbeiten]

Erst kürzlich wurde in der Bundesrepublik Deutschland das Berufsbild des Uhrmachers um den Beruf des Uhrenrestaurators erweitert (Siehe dazu das PDF der Agentur für Arbeit mit der Tätigkeitsbeschreibung eines Uhrenrestaurators/-restauratorin vom 31.10.2005).

Nach Lehre und praktischer Erfahrung oder Meisterprüfung kann man durch eine nochmalige Weiterbildung den Abschluss eines Uhrenrestaurators erwerben und ausüben.

Im Zuge der Harmonisierung des Europäischen Rechts musste 2006 allerdings auf den Großen Befähigungsnachweis (Meister) als Grundlage für die Ausübung des Uhrmacherhandwerks verzichtet werden.

Weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Uhrmacherwerkzeuge

Quellen [Bearbeiten]

  1. Artikel "Berufsbild des Uhrmachers" in der Fachzeitschrift "Das Handwerk" Heft 5, 1953

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