Hahn, Philipp Matthäus

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(siehe auch: Hahn)

Philipp Matheus Hahn 1739-1790
Philipp Matthäus Hahn à Echterdingen, Bedeutende, deutsche, astronomische Herrentaschenuhr
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Deutscher Uhrmacher und Pfarrer

Inhaltsverzeichnis

Biographie [Bearbeiten]

Philipp Matthäus Hahn (auch: Philipp Matheus Hahn) wurde am 25. November 1739 in Scharnhausen, heute Ortsteil von Ostfildern, geboren als Sohn von Georg Gottfried Hahn (!705-1766) und Juliane Kunigunde Kauffmann (1711-1752). Er war der Bruder von Ägidius Stephanus Gottfried Hahn und Georg David Polykarp Hahn.

Nach Beendigung seiner Schulzeit studierte er Theologie, arbeitete als Hauslehrer und Vikariat. Ab 1764 hatte Hahn eine Pfarrstelle in Onstmettingen inne. Heute ist hier das Philipp-Matthäus Hahn Museum‎.

Geprägt von seinem starken Interesse für die Astronomie fertigte er Uhren mit astronomischem Bezug und entwickelte sich zu einem der besten Uhrmacher. Die Grundlagen dazu erwarb er im Selbststudium. Die ersten Uhren fertigte er gemeinsam mit seinem Jugendfreund, dem Lehrer Philipp Gottfried Schaudt. Philipp Matthäus Hahn baute um 1768 in Onstmettingen seine erste astronomische Uhr, die so genannte „Ludwigsburger Weltmaschine[1], die im Original heute im Württembergischen Landesmuseum Stuttgart zu sehen ist. 1770 nahm er eine neue Pfarrstelle in Kornwestheim an und richtete dort seine erste Werkstatt ein. Dort entwickelte er um 1774 auch Rechenmaschinen. Die letzte dieser Art vollendete sein Schwager - Johann Christoph Schuster - 1790. 1781 nahm er eine Stelle als Pfarrer in Echterdingen an. Hahn fertigte u.a. Taschenuhren mit Zylinderhemmung, Sonnenuhren, Barometer und hydrostatische Waagen. Die Sonnenuhr an der Stadtkirche in Balingen stammt von Hahn, in Echterdingen konstruierte er die mechanische Uhr der Ortskirche, welche heute in einem Glaskasten beim Heimatmuseum aufgestellt ist. Eine von ihm angefertigte astronomische Pendeluhr befand sich im Germanischen Museum Nürnberg. Philipp Matthäus Hahn war an der handwerklichen Ausführung der von ihm konstruierten Uhren wenig beteiligt. Diese Aufgabe übernahmen seine Mitarbeiter zu denen nacheinander auch seine zwei Brüder und fünf Söhne gehörten.

Philipp Matthäus heiratete 1764 Anna Maria Rapp, der Tochter des Bürgermeisters von Schorndorf Ulrich Rapp. Sie hatte es nicht immer leicht, sie musste den großen Haushalt besorgen und sich um viele Gäste kümmern. Hahn, der "Uhrmacher Gottes", wie er gerne genannt wurde, war stets beschäftigt und nahm sich wenig Zeit für sie. Bekannt ist von ihr, dass sie sich gerne hübsch kleidete, er das aber eher als Putzsucht abtat. Anna Maria muss ein selbstbewusste Frau gewesen sein, die ihrem Mann ein großes Vermögen in die Ehe einbrachte, das wohl als Grundstock für die Werkstatt diente. Bereits mit 17 Jahren bekam sie ihr erstes Kind, bis zum 24. Lebensjahr vier weitere Kinder. Vier Söhne aus der Ehe erreichten das Erwachsenenalter und Mit 26 Jahren starb sie bei bei der Geburt ihres siebten Kindes in 1775. Hahns zweite Frau war Beate Regine Flattich war eine Tochter des Pfarrers und bekannten Pädagogen Johann Friedrich Flattich (1713-1797) aus Münchingen. Ihr erstes Kind Beate (1778-1842), heiratete später Pfarrer Karl Friedrich Paulus. Die zahlreichen Nachfahren des Ehepaars leben heute in Deutschland, den USA und in Australien.

Aus dieser Ehe von Philipp Matthäus mit Anna Maria Rapp und Beate Regine Flattich sind weiter bekannt, Christoph Matthäus Hahn (aus erster Ehe), Christian Gottfried Hahn (aus erster Ehe) Gottlieb Friedrich Hahn und Johann Georg Hahn.

Jacob Auch absolvierte seine Lehre und die Gesellenzeit bei Philipp Matthäus Hahn in Echterdingen. Auch Andreas Seib arbeitete in seiner Gesellenzeit zwei Jahre in der Werkstatt von Hahn. Der beide Schwäger von Philipp Matthäus Hahn, Johann Christoph Schuster und Christoph Friedrich Strubel gehörte ebenfalls zu seinen Mitarbeitern. 1779 wurde Hahn Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt.

Das 18. Jahrhundert ist von der Auseinandersetzung mit dem Fortschritt in den Naturwissenschaften bestimmt. Auch Theologen beider christlicher Konfessionen beschäftigen sich immer wieder mit dem Bau astronomischer Uhren und mechanischer Modelle und erweitern so ihr Bild von Gottes Schöpfung. Man spricht von "Priestermechanikern". Dabei ist eine erstaunliche Nähe zu den Instrumentenbauern des 16. Jahrhunderts zu erkennen. Zu den berühmtesten Priestermechanikern zählt auch Philipp Matthäus Hahn [2].

Philipp Matthäus Hahn verstarb am 2. Mai 1790 in Leinfelden-Echterdingen.

Im Historisches Museum Basel befindet sich in der Sammlung eine Astronomische Bodenstanduhr von Philipp Matthäus Hahn.

Weiterführende Informationen [Bearbeiten]

Werke [Bearbeiten]

Schüler von Hahn [Bearbeiten]

Quellen [Bearbeiten]

  1. Leben u. Wirken des württembergischen Pfarrers und Feintechnikers Philipp Matthäus Hahn, Autor: Max Engelmann, Ausgabe 1923, Seiten 226ff
  2. Mathematisch-Physikalischer Salon in Dresden

Literatur [Bearbeiten]

Externe Links [Bearbeiten]

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